Indien: Perspektive eines ehemaligen Straßenkindes

Ich bin jetzt schon seit knapp einer Woche in Indien – höchste Zeit für ein kleines Update. Meine Arbeit für Leave UR Mark macht richtig Spaß und die vielen Projekte zum Thema Freiwilligenarbeit in Indien sind unglaublich inspirierend. Gestern haben wir ein YMCA Boy’s Shelter in Bangalore besucht. Zum einen, um einen kleinen Imagefilm zu drehen und zum anderen, um einfach ein bisschen Zeit mit diesen großartigen Kids zu verbringen.

School of Hard Knocks: Waisenkinder in Indien

Das ist Karthik. Karthik ist 15 Jahre alt und hatte einen ziemlich harten Start ins Leben: Ohne Eltern und auf der Straße. Zum Glück hat er den Weg ins Shelter gefunden, wo er jeden Tag mit vielen anderen Kids essen, lernen und spielen kann. Ein großes Glück, denn für Waisenkinder ist das Leben hier in Indien nicht gerade einfach.

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

Karthik ist 15 Jahre alt und lebt in der indischen Mega-Metropole Bangalore

Karthik hatte noch in seinem Leben eine Kamera in der Hand und weil er so fasziniert davon war, habe ich ihm einfach für zwei Stunden meine in die Hand gedrückt. Innerhalb kürzester Zeit kannte er sämtliche Einstellungen und hat so ziemlich jede Funktion ausprobiert, die eine Spiegelreflexkamera zu bieten hat.

 

Schaut euch mal an, was dabei für unglaublich schöne Bilder entstanden sind. Bis auf das Foto oben stammen alle von ihm. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel positive Energie und Lebensfreude in diesen Jungs steckt. Ich bin total hin und weg und kann es kaum erwarten, in den nächsten Wochen mehr Zeit mit ihnen zu verbringen. Freiwilligenarbeit in Indien kann wirklich unglaublich bereichernd sein.

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

Die Jungs aus dem Shelter waren begeistert von der Idee, einen Film zu drehen

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

Und posen können sie auch schon wie die Großen

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

Einige Jungs aus dem Shelter sind schon volljährig und kümmern sich um die jüngeren

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

Noch ein paar andere indische Kids, die wir zufällig auf der Straße getroffen haben

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

Bei ihm dachte ich kurz, ich könnte die ganze Welt in seinen Augen sehen

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

Die Jungs aus dem Shelter hatten unglaublich viel Spaß beim Filmdreh und wollten unbedingt mithelfen

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

Der Kleine hier hat meine Shoppingberatung übernommen und den besten Preis für mich ausgehandelt

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

Inder lieben es ja generell, wenn sie fotografiert werden

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

ich glaube Karthik hat in zwei Stunden um die hundert Fotos von mir geschossen

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

Und unseren Kameramann hat er auch ganz gut getroffen, oder?

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

Beim Filmdreh waren die Jungs total fasziniert von der Technik

YMCA Boy's Shelter in Bangalore, Freiwilligenarbeit in Indien

Und ein paar Selfies zwischendurch mussten natürlich auch sein

Freiwilligenarbeit in Indien: Das YMCA Boy`s Shelter in Bangalore

In dieser netten kleinen Straße liegt das Boy’s Shelter des YMCA

Freiwilligenarbeit in Indien: Ist das nicht total deprimierend?

Die Arbeit mit Waisenkindern in Indien habe ich mir ganz anders vorgestellt. Ich dachte, es würde mich traurig machen, die unglaubliche Armut aus nächster Nähe zu erleben. Aber genau das Gegenteil war der Fall: ich glaube, ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht, wie an diesem Nachmittag. Ich habe den größten Respekt vor diesen Jungs, die sich trotz aller Hindernisse ihren Platz im Leben erkämpft haben und unglaublich positiv in die Zukunft blicken.

Was treibe ich eigentlich zur Zeit in Bangalore?

Ich arbeite hier in Indien für Leave UR Mark als Bloggerin und Social Media Managerin. Leave UR Mark ist eine Organisation, die in Bangalore, Mumbai und Goa Freiwilligenarbeit und Auslandspraktika vermittelt. In den nächsten Wochen werde ich noch weitere Projekte besuchen. Unter anderem ein Förderzentrum für Mädchen und Frauen, eine Tierrettungsstation und eine Einrichtung für Kinder mit psychischen Problemen.

10 Antworten auf “Indien: Perspektive eines ehemaligen Straßenkindes

  • Anne-Marie

    Oh ist das schön!
    Ich wünsche den Jungs von Herzen alles Gute und eine glückliche Zukunft. Bin gespannt auf deine anderen Projekte.
    Liebe Grüße
    Anne

    Antworten
    • Franzi

      Hi Anne,
      ja, ich wünsche den Jungs auch eine gute Perspektive und alles Glück der Welt – sie verdienen es wirklich. Zum Glück stehen die Chancen bei der Jobsuche in Bangalore aber gar nicht so schlecht.
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  • Ilona

    „Die Arbeit mit Waisenkindern in Indien habe ich mir ganz anders vorgestellt. Ich dachte, es würde mich traurig machen, die unglaubliche Armut aus nächster Nähe zu erleben. Aber genau das Gegenteil war der Fall“

    Ich weiß gut, was du meinst. So ging es mir bei Ehrenamtlicher Arbeit auch immer – auch wenn ich dafür nie im Ausland war. Es hat mich weit weniger deprimiert, als ich dachte. Es hat mich sehr nachdenklich gemacht, ich habe hinterher viel gegrübelt über die Ungerechtigkeiten der Welt und was man tun kann – aber während der Arbeit und wenn ich zur Tür rausging, war ich glücklich, erfüllt von Energie. Es war eine Arbeit, die einen augenblicklich entlohnte, bei der Belohnung und Arbeit nicht zeitlich oder sonst wie entkoppelt sind.

    In München suche ich auch gerade wieder eine ehrenamtliche Wirkungsstätte und ich möchte unbedingt auch Freiwilligenarbeit im Ausland machen.

    Liebe Grüße, bin gespannt auf weitere Berichte.
    (eine Freundin von mir ist auch gerade in Bangalore!)

    Ilona

    Antworten
    • Franzi

      Vielen Dank für deinen Kommentar, liebe Ilona,
      ich komme hier auch oft ins Grübeln – angesichts der riesigen Kluft zwischen Arm und Reich. Trotzdem hat mich die positive Energie dieser Jungs einfach umgehauen. Obwohl sie so wenig haben, sind sie unheimlich glücklich, positiv und den ganzen Tag am lachen. Ich war total fasziniert davon, dass es im Shelter kaum Streit gibt, alles geteilt wird und alle irgendwie aufeinander achten und aufpassen. Da könnten sich viele Kids hier in Europa eine Scheibe abschneiden.
      Ich habe mich früher auch viel engagiert und das dann längere Zeit schleifen lassen. Will aber in Zukunft unbedingt wieder mehr in der Richtung machen.
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  • Renate

    Hallo Franzi,
    tolle Fotos hat er gemacht! Vielen Dank für deinen eindrucksvollen und spannenden Bericht. Es ist erstaunlich, wie viel die Kinder einem zurück geben. Ich wünsche den Jungs alles Gute in ihrem Leben.
    Liebe Grüße
    Renate

    Antworten
    • Franzi

      Hallo Renate,
      vielen Dank, das Kompliment gebe ich gerne weiter 🙂
      Es kommt mir auch so vor, als würden mich die Kids tausend mal glücklicher machen, als ich sie.
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  • Oliver

    Hallo, das ist ein extrem guter und sehr beeindruckender Bericht!

    Ich finde es immer sehr schön zu sehen, wie man Kindern mit – aus unserer Sicht – vermeintlich einfachen Dingen eine Freude machen kann. Richtig schön.

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    • Franzi

      Vielen Dank, lieber Oliver!
      Die Jungs freuen sich wirklich über Kleinigkeiten, die für Kinder aus dem Westen vollkommen selbstverständlich sind. Tut manchmal wirklich gut, so ein Perspektivwechsel.
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten

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