Dem Flüchtlingsthema entziehen? Das machen uns die Medien schon seit Wochen unmöglich. Vollkommen richtig – denn nur so bekommt das Thema auch die Aufmerksamkeit, die es verdient. Aber was können wir tun, außer spenden, zuhören und anpacken? Vielleicht einfach mal nach rechts und links schauen und darüber nachdenken, dass alles was wir haben eigentlich gar nicht so selbstverständlich ist. Deshalb möchte ich mich heute für das große Glück bedanken, in einem sicheren Land leben zu dürfen.


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Liebes Deutschland.

Schon lange denke ich darüber nach, wie ich meine grenzenlose Liebe zu dir am besten in Worte fassen kann. Ich habe es lange aufgeschoben, aber heute habe ich beschlossen, dir diesen Brief zu schreiben.

Eigentlich bin ich viel zu selten bei dir

Ich bin so selten daheim – beruflich und privat zieht es mich pausenlos in die Ferne. Alleine in diesem Jahr war ich in 20 Ländern unterwegs und habe dort großartige Dinge gesehen und erlebt. Und trotzdem ist meine Freude immer wieder unbeschreiblich, wenn ich aus dem Flugzeug steige und endlich wieder heimischen Boden unter den Füßen spüre.

Ich habe mich in den vergangenen Jahren in unzählige Länder verliebt: Kanada, die USA, Brasilien und Mauritius waren nur einige davon. Völlig außer mir vor Glück habe ich Strände, Nationalparks und Metropolen erkundet. Und immer wieder war es mir todernst, wenn ich euphorisch feststellte: „Hier könnte ich für immer bleiben.“

Heute weiß ich, dass das Blödsinn war, liebes Deutschland. Denn das einzige Land, in dem ich für immer leben möchte, bist du. Ein paar Monate oder sogar Jahre ins Ausland – das könnte ich mir sehr gut vorstellen. Aber dich dafür aufgeben? Niemals! Denn du gibst mir Freiheit und Sicherheit und lässt mich mein Leben so leben, wie ich es für richtig halte. So hast du mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.

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Deutschland: Isar Strand in der Au an der Wittelsbacher Brücke

Du gibst mir mehr Sicherheit, als die meisten Länder

Bei dir habe ich mich niemals so hilflos gefühlt, wie damals in Mexiko, als ich auf der Straße ausgeraubt wurde und niemand mir helfen wollte. Nicht die Menschen, die schnell weiterliefen und nicht die Polizisten, die dort ganz andere Sorgen haben.

Ich habe mich niemals so verbittert gefühlt, wie damals in Saudi Arabien, als ich die Unterdrückung der Frauen am eigenen Leib erfahren musste. Das Fitnessstudio war für mich tabu und der Hotel-Pool sowieso. Ohne männliche Begleitung durfte ich nicht auf die Straße gehen und als ich es endlich nach draußen geschafft hatte, verhüllte eine Abaya mein Gesicht und meinen Körper.

Du hast mir nie ein so befremdliches Gefühl vermittelt, wie damals in Japan, als die Kellnerin vor dem Gast auf die Knie fiel, um sich für ihr Missgeschick zu entschuldigen. Und als die U-Bahn stundenlang gesperrt war, weil ein gescheiterter Student den Tod einem „Leben in Schande“ vorzog.

Liebes Deutschland, bei dir habe ich mich nie so machtlos gefühlt, wie damals in Indien, als ein Mann seiner Frau auf offener Straße ins Gesicht schlug. Und als sich eine Horde Straßenkinder auf ein anderes Kind stürzte, dem ich Sekunden vorher ein paar Rupien in die Hand gedrückt hatte.

Deutschland: Fontäne an der Alster von Hamburg

Du bist nicht perfekt, Deutschland, aber nah dran

Ich habe viel gesehen, liebes Deutschland, und kann deshalb aus eigener Erfahrung sagen: Du bist nicht perfekt, aber gehörst doch zu den Besten. Auch du hast viele Krankheiten: Intoleranz, Korruption und Fremdenhass sind nur einige davon. Aber du hast auch eine helle Seite und machst uns immer wieder klar, dass Herzlichkeit, Fairness und Toleranz für dich keine Fremdwörter sind.

Danke Deutschland, dass du deine Kinder in die Schule schickst, auf teure Studiengebühren verzichtest und mit BAföG unter die Arme greifst. So stellst du sicher, dass jeder eine faire Chance erhält. Bitte nimm es uns nicht übel, dass wir trotzdem über die Ungerechtigkeit des Bildungssystems jammern – solange wir uns dabei auf hohem Niveau bewegen, ist doch alles gut.

Danke Deutschland, dass du uns nicht ohne Kranken- und Sozialversicherung durchs Leben gehen lässt. Denn jeder hat das Recht auf eine gute gesundheitliche Versorgung und ein würdevolles Leben – schön, dass du das genauso siehst.

Ich möchte dir für die Freiheiten danken, die in anderen Ländern alles andere als selbstverständlich sind. Bei dir darf ich frei wählen, wie ich mein Geld verdienen und was ich am Abend essen möchte. Ich darf mir aussuchen, ob ich Männer, Frauen oder einen Baum lieben möchte und muss weder für eine Heirat noch für einen Autokauf irgendeinen Menschen um Erlaubnis bitten.

Du hältst dich streng an die Gesetze, liebes Deutschland, und das finden wir oft übertrieben. Doch auf der anderen Seite stellst du uns Polizisten und Juristen zur Seite, die dafür sorgen, dass unsere Rechte nicht verletzt werden. Ich bin dankbar, dass ich nachts alleine nach Hause laufen kann. Und dass ich auf Hilfe zählen darf, falls mir doch einmal etwas passiert.

Deutschland: Straßencafe an der Alster in Hamburg

Danke, dass du mir die Freiheit schenkst

Danke, liebes Deutschland, dass ich meine Meinung sagen und schreiben darf. Andere Blogger werden für Jahre ins Gefängnis geschickt, weil ihre Texte die Regierung verärgern. Du lässt uns frei sprechen, auch wenn wir Blödsinn reden, und frei wählen, auch wenn unsere Wahl die falsche ist. Danke, dass unsere Fehler so oft ohne Konsequenzen bleiben.

Ich würde mir wünschen, dass deine Kinder wüssten, wie gut es ihnen geht. Dass es nichts Wichtigeres gibt, als Sicherheit, Freiheit und Gesundheit. Denn dann würden sie vielleicht besser verstehen, dass auch Menschen aus anderen Ländern nach diesen kostbaren Gütern greifen. Und dass sie alles für ein Leben geben würden, dass auch nur ansatzweise dem unseren gleicht.

Danke, liebes Deutschland, dass du uns den Albtraum ersparst, den derzeit Millionen Menschen auf der ganzen Welt durchleben müssen.

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Deutschland: Walchsee in Bayern
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