Zuletzt überarbeitet am 25. November 2025 von Franzi
Plettenberg Bay ist für viele der schönste Küstenort an der Garden Route. Eine weite Bucht, lange Strände, dazu die markante Robberg-Halbinsel, die wie ein natürlicher Wellenbrecher ins Meer ragt. Was Plett aber wirklich besonders macht, ist das Leben im Wasser: Hier trefft ihr auf Delfine, in der Saison auch Wale – und eine der größten Kolonien von Südafrikanischen Seebären, die direkt vor der Küste leben. Das bringt uns auch schon zu einem der absoluten Highlights in Südafrika: Schwimmen mit Robben entlang der Garden Route.
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Inhalt
Plettenberg Bay und seine Robben
Die Tiere, mit denen ihr in Plettenberg Bay schwimmen könnt, sind Südafrikanische Seebären (Cape fur seals), eine Robbenart aus der Familie der Ohrenrobben. Im Gegensatz zu echten Robben haben sie erkennbare Ohrmuscheln und können die Hinterflossen nach vorne drehen – deshalb wirken sie an Land deutlich beweglicher.
Männchen werden bis zu zwei Meter lang und können weit über 200 Kilo auf die Waage bringen, die Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter. Sie fressen vor allem Fische und Tintenfische und jagen häufig in Gruppen, oft in den gleichen Gewässern, in denen auch Haie unterwegs sind – ohne dass das für den Menschen im normalen Küstenbereich irgendeine Rolle spielt.

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Über die Kolonien der Südafrikanischen Seebären
Die Kolonien der Südafrikanischen Seebären liegen meist auf Felseninseln oder exponierten Küstenabschnitten. Genau so ein Ort ist Robberg bei Plettenberg Bay. Dort leben Tausende Tiere in einer geschützten Meereszone. Ein Teil der Kolonie ist fast das ganze Jahr über vor Ort, andere Tiere ziehen entlang der Küste.
Besonders rund um die Fortpflanzungszeit wird es voll: Dann bringen die Weibchen ihre Jungen auf den Felsen zur Welt und die Männchen verteidigen kleine Reviere. Im Wasser wirken die gleichen Tiere, die an Land manchmal etwas tapsig aussehen, plötzlich leicht wie Fische. Sie schrauben sich in engen Kurven nach oben, drehen Pirouetten und kommen neugierig bis auf wenige Zentimeter an euch heran – ohne Scheu und ohne Aggression.
Südafrikanische Seebären gelten als sehr neugierig, verspielt und sozial. Das macht sie zu idealen Begleitern beim Schnorcheln. Ihr bewegt euch in ihrem Revier, aber ihr merkt schnell, dass sie die Begegnung mindestens genauso spannend finden wie ihr. Wichtig ist nur, dass ihr euch an die Regeln haltet: Ihr seid Gäste in einem Schutzgebiet, die Tiere werden nicht gefüttert und nicht berührt, und ihr lasst ihnen immer die Möglichkeit, jederzeit Abstand zu nehmen.
Mit Robben schwimmen am Robberg
Der Robberg Nature Reserve & Marine Protected Area ist eine Halbinsel südlich von Plettenberg Bay. Vom Ort aus seht ihr die Felsen schon von weitem, und auf vielen Aussichtspunkten könnt ihr die Robben sogar von Land aus erspähen. Richtig nah kommt ihr ihnen aber nur vom Wasser aus – und genau hier setzen die Touren an, bei denen ihr mit Robben schwimmen und schnorcheln könnt.
Die Schnorchelgebiete liegen an der seeseitigen Flanke von Robberg in einer speziellen Zone, in der die Robben besonders häufig im Wasser sind. Hier ist das Meer oft etwas rauer als direkt in der Bucht, aber die Boote sind darauf ausgelegt, auch bei etwas Wellengang sicher zu operieren.
Die Wassertemperaturen schwanken je nach Jahreszeit: Im südafrikanischen Sommer könnt ihr mit rund 17 bis 20 Grad rechnen, im Winter eher mit 13 bis 16 Grad. Deshalb bekommt ihr für die Tour einen dicken Neoprenanzug – nicht nur wegen der Kälte, sondern auch als zusätzlichen Auftrieb.
Mit Robben schwimmen in Südafrika: So läuft die Tour ab
Der Ablauf ist im Prinzip immer ähnlich: Ihr trefft euch in Plettenberg Bay am Strand, bekommt eure Ausrüstung, fahrt mit dem Boot hinaus zur Kolonie und verbringt dort etwa eine halbe Stunde im Wasser. Die Guides achten darauf, dass ausreichend Abstand zu Felsen und Brandung bleibt, führen euch an Stellen mit vielen Tieren und behalten ständig das Wetter und die Strömung im Blick.
Eure Aufgabe ist recht simpel: Ruhig atmen, entspannt treiben lassen, Robben beobachten und zwischendurch kurz abtauchen, wenn eine besonders neugierig ist. Die Hände und Arme müssen dabei immer am Körper bleiben – Anfassen ist selbstverständlich nicht erlaubt (auch, wenn es schwerfällt).
Viele, die zum ersten Mal mit Robben schwimmen, sind überrascht, wie intensiv der Kontakt ist. Die Tiere kommen einzeln oder in Gruppen auf euch zu, schauen euch direkt durch die Maske an, drehen sich um die eigene Achse und fordern euch manchmal richtig zum Mitspielen heraus. Sie stupsen dabei nicht körperlich an euch, aber sie schwimmen direkt vor eurer Nase Kurven, als würden sie sagen: „Na, kannst du das auch?“
Gerade wenn ihr sonst eher klassische Safari-Erlebnisse kennt – also Tiere aus respektvoller Distanz im Jeep – fühlt sich der Perspektivwechsel im Meer extrem besonders an. Ihr seid selbst mitten in der Gruppe, nehmt die Geräusche unter Wasser wahr, hört das Knacken von Luftblasen und das entfernte Bellen der Robben an Land. Trotzdem bleibt es ein Angebot der Tiere: Wenn sie keine Lust mehr haben, schwimmen sie einfach weiter, und ihr schaut ihnen hinterher.

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Mit Offshore Adventures unterwegs – gebucht über GetYourGuide
Wir waren mit Offshore Adventures unterwegs, gebucht bei GetYourGuide. Die Tour startet direkt an der Central Beach in Plettenberg Bay, wo das Büro von Offshore Adventures in einem kleinen Gebäude im Hauptparkplatz untergebracht ist. Etwa 30 Minuten vor Abfahrt solltet ihr dort sein, um in Ruhe einzuchecken, das Formular auszufüllen und eure Ausrüstung zu bekommen.
Ihr bekommt Neoprenanzug, Maske, Schnorchel und Flossen in eurer Größe. Die Crew hilft beim Anziehen, kontrolliert, ob alles richtig sitzt, und erklärt, wie ihr die Maske bei Bedarf „ausblasen“ könnt, falls etwas Wasser hineinkommt. Dazu gibt es eine kurze Sicherheitseinweisung: Wie der Einstieg ins Wasser abläuft, welche Signale ihr kennen solltet, wie ihr euch im Wasser verhaltet und was passiert, wenn jemand friert oder sich unwohl fühlt. Alles dauert keine Ewigkeit, ist aber so strukturiert, dass auch weniger erfahrene Schwimmer:innen gut mitkommen.
Das Boot, die „Robberg Express“, liegt direkt am Strand. Statt klassischem Steg gibt es hier einen „Beach Launch“: Das Boot wird mit Hilfe eines Traktors in die Brandung gezogen, ihr steigt vorher ein und sitzt bereits mit Schwimmweste auf eurem Platz. Sobald eine passende Welle kommt, gibt der Skipper Gas, und ihr seid innerhalb weniger Sekunden durch die Brandung und draußen auf dem offenen Meer.
Das klingt wilder, als es sich anfühlt – für die Crew ist das Routine, für uns war es definitiv ein Highlight und mit richtig viel Spaß verbunden. Wer zu Seekrankheit neigt, sollte vorher trotzdem eine Tablette einnehmen, denn auf dem offenen Meer kann es je nach Wetterlage schon etwas schaukeln.
Schwimmen mit Robben war eines der Highlights auf unserer Südafrika Reise
Die Fahrt zur Robbenkolonie dauert je nach Bedingungen etwa 15 Minuten. Unterwegs passiert ihr die Küste der Robberg-Halbinsel, seht eventuell Delfine und schon erste Robben im Wasser. Die Guides erzählen euch unterwegs einiges über das Schutzgebiet, die Geschichte der Kolonie und die generellen Regeln im Marine Protected Area.
Jagen ist hier streng verboten, das Gebiet ist offiziell geschützt, und der Bootsverkehr ist reguliert. Offshore Adventures fährt eine klar definierte Zone an, in der die Tiere sich an Boote und Schnorchler gewöhnt haben.
Vor Ort ankert das Boot in angemessener Entfernung zu den Felsen, auf denen die Kolonie liegt. Ihr seht hunderte, wenn nicht tausende Robben auf den Felsen liegen, rutschen, streiten und ins Wasser springen. Oft ist erst hier wirklich greifbar, dass in der Kolonie rund 8000 Tiere leben.
Wenn die Crew das „Go“ gibt, setzt ihr Maske und Flossen auf und rutscht nacheinander über die Plattform ins Wasser. Ein Divemaster ist die ganze Zeit bei euch im Meer, weitere Teammitglieder bleiben an Bord und behalten die Gruppe von oben im Blick.
Die eigentliche Zeit im Wasser beträgt etwa 30 Minuten. Das klingt zunächst kurz, fühlt sich durch die vielen Eindrücke und die Wassertemperatur aber deutlich länger an.
Ihr treibt in einer Art „lockerer Gruppe“ beim Boot, könnt aber auch ein paar Meter in verschiedene Richtungen schwimmen, solange ihr in Sichtweite bleibt. Die Robben kommen aus freien Stücken zu euch. Einige ziehen nur vorbei, andere bleiben länger, schauen euch an, machen kleine Haken und drehen ihren Kopf seitlich, als würden sie euch mustern.
Wichtig ist, dass ihr die Tiere nicht anfasst und nicht hinter ihnen herjagt. Genau darauf achten die Guides. Es geht darum, dass ihr die Robben in ihrem natürlichen Verhalten beobachtet und ihnen den Raum lasst, sich so zu verhalten, wie sie möchten. Zurück am Strand steigt ihr aus, könnt euch im Büro umziehen und sogar warm duschen.

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Praktische Infos zur Tour mit Offshore Adventures
Die Tour „Plettenberg Bay: Swim with Seals“ dauert insgesamt etwa 1,5 Stunden inklusive Check-in, Bootsfahrt und Zeit im Wasser. Die eigentliche Interaktion mit den Robben liegt bei ungefähr einer halben Stunde. Die Guides sprechen Englisch und Afrikaans.
Im Preis enthalten sind Neoprenanzug, Maske, Schnorchel und Flossen sowie Fotos, die während der Tour gemacht werden. Offshore Adventures stellt ein Video im Anschluss online relativ günstig zum Kauf Verfügung; so müsst ihr nicht die ganze Zeit mit der eigenen Kamera hantieren.
Preislich liegt die Tour laut GetYourGuide aktuell bei 50 Euro pro Person. Die Preise können je nach Saison und Nachfrage leicht variieren, und es lohnt sich, frühzeitig zu buchen, da die Tour auf vielen Garden-Route-Rundreisen fest eingeplant ist und entsprechend schnell ausgebucht sein kann.
Treffpunkt ist das Büro von Offshore Adventures im Hauptparkplatz an der Central Beach (Hopwood Street) in Plettenberg Bay. Ihr solltet Badebekleidung bereits unter der Kleidung tragen, dazu ein großes Handtuch und warme Sachen für nach der Tour mitbringen – selbst an sonnigen Tagen wird euch nach einer halben Stunde im Atlantik schnell frisch. Sonnencreme trägt ihr idealerweise schon vor dem Neopren an den Stellen auf, die später frei sind (Gesicht, Nacken, Hände).
Besonders angenehm ist die Tour am Vormittag, wenn Wind und Wellen oft noch moderat sind. Bei starker Dünung oder ungünstigem Wetter kann es vorkommen, dass Touren abgesagt oder verschoben werden – Sicherheit hat Vorrang. In dem Fall bekommt ihr über GetYourGuide eine Nachricht und könnt auf ein anderes Zeitfenster umbuchen oder euch den Betrag erstatten lassen.
Tipps für eure Robben-Tour in Plettenberg Bay
Wenn ihr mit Offshore Adventures unterwegs seid, könnt ihr den Tag gut planen, damit sich der Ausflug optimal in eure Garden-Route-Reise einfügt. Die Tour eignet sich perfekt als Highlight für einen vollen Tag in Plettenberg Bay: Vormittags mit den Robben schnorcheln, nachmittags wandern am Robberg, am späten Nachmittag vielleicht noch ein Sundowner an einem der Aussichtspunkte.
Für die Tour selbst solltet ihr Folgendes beachten:
- Kamera: Der Veranstalter macht Videos, aber wenn ihr selbst Aufnahmen machen wollt, ist eine kleine Actioncam mit Handgelenkssicherung ideal. Größere Kameras sind im Wasser unpraktisch und bleiben besser an Land.
- Brille/Kontaktlinsen: Wer sonst eine Sehhilfe trägt, kommt mit Kontaktlinsen plus Maske in der Regel am besten klar. Viele Brillenträger:innen gehen einfach ohne optische Korrektur ins Wasser, weil die Tiere ohnehin sehr nah kommen.
- Seekrankheit: Wer empfindlich ist, nimmt etwa eine Stunde vor Abfahrt ein Mittel gegen Reisekrankheit. Ihr seid zwar nicht lange draußen, aber die Kombination aus Wellen, Neopren und Konzentration im Wasser kann bei manchen den Magen fordern.
- Fitness: Ihr müsst keine Sportskanone sein, aber ihr solltet euch grundsätzlich im Wasser wohlfühlen und eine Weile auf der Stelle treiben können. Die Neoprenanzüge geben viel Auftrieb, trotzdem bewegt ihr euch im offenen Meer, nicht im Pool.

Südafrika Reisetipps: Das solltet ihr wissen, bevor ihr das Land zum ersten Mal besucht
Warum Robben schwimmen in Plettenberg Bay mein Südafrika Highlight war
Südafrika bietet unzählige Tiererlebnisse: Klassische Big-Five-Safaris im Kruger Nationalpark, Wale in Hermanus, Pinguine am Boulders Beach, Strauße in Oudtshoorn. Mit Robben schwimmen in Plettenberg Bay fügt sich nahtlos in diese Reihe ein – unterscheidet sich aber gleichzeitig deutlich von den meisten anderen Aktivitäten.
Zum einen seid ihr den Tieren wirklich körperlich nahe – ohne Barriere, ohne Fahrzeug. Ihr bewegt euch im gleichen Medium, im Wasser, und nehmt viel direkter wahr, wie schnell, geschickt und präsent die Robben sind. Gleichzeitig bleibt es ein kontrollierter Rahmen: Professionelle Guides, klar definierte Zeiten, Sicherheitskonzept, Schutzgebiet. Ihr habt also die Mischung aus Abenteuer und Sicherheit, die eine Tour auch für weniger erfahrene Reisende gut machbar macht.
Zum anderen passt das Erlebnis perfekt in eine klassische Garden-Route-Rundreise. Viele von euch fahren ohnehin von Kapstadt über Wilderness und Knysna nach Tsitsikamma und vielleicht weiter Richtung Addo Elephant Park.
Plettenberg Bay liegt genau auf dieser Route – die Robben-Tour lässt sich ohne Umwege einbauen, egal ob ihr zwei Nächte in Plett bleibt oder nur einen Zwischenstopp einlegt. Wer später im Addo Elefanten, Löwen und Büffel sieht, erlebt im Meer vor Plettenberg Bay eine Art „marine Safari“, die sich hervorragend ergänzt.
Tierethisch ist die Tour ebenfalls gut vertretbar, solange ihr euch an die Spielregeln haltet. Die Robben leben seit Jahrzehnten an diesem Ort, werden nicht gefüttert, werden nicht aus ihrem Verhalten gerissen. Ihr verbringt nur eine sehr begrenzte Zeit im Wasser, Gruppen sind überschaubar, und ihr bewegt euch in einem Schutzgebiet mit klaren Vorgaben. Dass Offshore Adventures die Tiere nicht jagt oder einkreist, sondern sie zu euch kommen lässt, ist ein wesentliches Element des Konzepts.
Für viele bleibt der Moment, in dem die erste Robbe auf Augenhöhe vor der Maske auftaucht, eines der stärksten Reiseerlebnisse in Südafrika. Nicht, weil es spektakulärer wäre als jede Safari, sondern weil es unmittelbarer wirkt. Ihr seid nicht „Zuschauer:innen“ hinter Glas oder im Jeep, sondern Teil der Szene – und trotzdem jederzeit frei, das Ganze aus der Distanz zu betrachten, wenn euch der direkte Kontakt doch zu intensiv ist.








