Großstadt-Koller: Von Sao Paulo an den Strand

Sao Paulo in Brasilien ist eigentlich gar nicht so übel. Klar, die Stadt ist ein Betondschungel – riesig, grau und industriell. Aber dafür gibt es an jeder Ecke leckeres Essen und tolle Shoppingmöglichkeiten (Havaianas Concept Store – Rua Oscar Freire!). Und das Beste: Wer der Großstadt für einen oder zwei Tage entfliehen möchte, kommt ganz einfach mit dem Bus an die umliegenden Traumstrände.

Von Sao Paulo zum Strand: So einfach geht’s

Die meisten Reisenden verschlägt es eher ungewollt nach Sao Paulo, denn die Flüge sind von Deutschland aus oft günstiger als nach Rio de Janeiro oder Fortaleza. Wer länger in Sao Paulo bleibt, hat meistens berufliche Gründe. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Wunsch nach Sonne, Strand und Meer unerfüllt bleiben muss. Denn wer sich einen oder zwei Tage freischaufeln kann, kommt mit dem Bus in eineinhalb Stunden von der Großstadt ins Paradies.

 

Los geht die Reise am Busterminal Jabaquara in Sao Paulo. Dorthin kommt ihr am besten mit dem Taxi, das pro halbe Stunde ungefähr 40 Real kostet (ca. 12,50 Euro). Im Terminal könnt ihr euch am Schalter der Firma ULTRA für 59 Real (ca. 18 Euro) ein Return-Busticket mit Sitzplatzreservierung nach Bertioga kaufen – Abfahrt ist dann an der Haltestellennummer 15. Die aktuellen Fahrtzeiten findet ihr hier.

 

Die Fahrt nach Bertioga dauert je nach Verkehr ungefähr eine Stunde und 40 Minuten. Von dort aus kommt ihr zu Fuß, mit dem Bus oder mit dem Boot an verschiedene Strände. Ganz besonders kann ich euch den Prainha Branca empfehlen. Um dort hinzukommen, müsst ihr von der Bushaltestelle aus ungefähr 200 Meter zum Hafen laufen. Dort könnt ihr entweder auf die kostenlose Fähre warten (die gelbe) oder für ca. 15 Real pro Person (ca. 4,50 Euro) auf dem Speedboot mitfahren.

Hafen von Bertioga bei Sao Paulo, Brasilien

Der Hafen von Bertioga: Hier fahren die Fähren und Speedboote ab

Hafen von Bertioga bei Sao Paulo, Brasilien

Die Wartezeit könnt ihr mit einer leckeren Kokosnuss überbrücken

Prainha Branca: Einer der schönsten Strände bei Sao Paulo

Das Speedboot bringt euch direkt an den Sandstrand. Wenn ihr mit der Fähre fahrt, müsst ihr ca. 20 Minuten auf einem gut ausgebauten Weg durch den Regenwald wandern, um zum Strand zu kommen. Der Spaziergang lohnt sich aber, denn unterwegs könnt ihr die tolle brasilianische Pflanzenwelt bestaunen.

 

Am Prainha Branca gibt es eine Strandbar mit Restaurant. Das Essen ist richtig lecker und relativ günstig. Hinter dem Restaurant findet ihr einige Cabanas, die an Touristen und Einheimische vermietet werden. Dort könnt ihr euch auch SUPs, Surfboards und Bodyboards ausleihen. Auf der rechten Seite der Bucht (vom Strand aus gesehen) ist das Wasser sehr ruhig und perfekt zum Baden und Schnorcheln. Links bilden sich kleine bis mittelgroße Wellen mit viel Weißwasser. An der Bushaltestelle von Bertioga gibt es übrigens ein paar kleine Shops, in denen ihr euch Schnorchelausrüstung und Bodyboards kaufen könnt.

Prainha Branca - Strand bei Sao Paulo

Kaum zu glauben: Dieser Traumstrand ist nur eineinhalb Stunden von Sao Paulo entfernt

Prainha Branca - Strand bei Sao Paulo

Auf der rechten Seite ist das Wasser ruhig – perfekt zum Baden und Schnorcheln

Prainha Branca - Strand bei Sao Paulo

Ihr wollt länger bleiben? Die bunten Cabanas werden an Touristen und Einheimische vermietet

Achtung Überfälle! Ein paar Tipps zur Sicherheit in Sao Paulo

Sao Paulo und auch das Umland ist ein heißes Pflaster. Überfälle, vor allem auf Touristen, sind leider an der Tagesordnung. Besonders in öffentlichen Transportmitteln, an Straßenkreuzungen mit Ampeln bzw. im stockenden Verkehr aber auch in teureren Vierteln und am Strand müsst ihr besonders gut aufpassen. Immer wieder gibt es auch die sogenannten Express-Kidnappings, bei denen Touristen über mehrere Stunden festgehalten und zum Abheben von Bargeld am Automaten gezwungen werden.

 

Das könnt ihr tun, um auf der sicheren Seite zu sein: Tragt immer nur wenig Bargeld bei euch – am besten in der Jacken- oder Hosentasche. Auf Handtaschen und Portemonnaies solltet ihr wenn möglich ganz verzichten. Auch Wertgegenstände wie Uhren, Schmuck oder das Smartphone sind im Hotel besser aufgehoben. Ich habe selbst immer einen alten Geldbeutel mit ein paar Scheinen und ein altes Handy dabei – beides kann ich im Notfall ohne große Verluste herausgeben.

 

Im Bus und am Strand haben wir uns aber die ganze Zeit über sehr sicher gefühlt. Solange ihr immer ein Auge auf eure Wertsachen habt und nur das Nötigste mit auf die Insel nehmt, müsst ihr euch keine Sorgen machen. Die Brasilianer sind wirklich unglaublich freundlich. Obwohl in Brasilien kaum jemand Englisch spricht, macht es ihnen richtig viel Spaß, sich mit Händen und Füßen mit den Touris zu unterhalten. Falls ihr Spanischkenntnisse habt, umso besser: Wenn ihr ganz langsam Spanisch sprecht, können euch die meisten Brasilianer ganz gut verstehen.

Boot am Prainha Branca - Strand bei Sao Paulo

Mit dem Speedboot kommt ihr zum Prainha Branca und zurück

Surfen am Prainha Branca - Strand bei Sao Paulo

Die Brasilianer geben gerne ungefragt Surfunterricht – ist ja nett gemeint

Restaurant am Prainha Branca - Strand bei Sao Paulo

Eines der wenigen Häuser am Prainha Branca

Prainha Branca - Strand bei Sao Paulo

Lust auf Bodyboarden? Weiter links am Strand gibt’s kleine bis mittelgroße Wellen

Prainha Branca - Strand bei Sao Paulo

Am Strand wohnen auch ein paar süße Hunde, die sich über Streicheleinheiten freuen

Prainha Branca - Strand bei Sao Paulo

Ein Tag am Meer: Perfekt gegen den Großstadt-Koller

11 Antworten auf “Großstadt-Koller: Von Sao Paulo an den Strand

  • Gina H.

    Ich war vor ein paar Jahren auch mal in Sao Paulo. Aber wie du schon schreibst, war die Stadt für uns auch nur der Ausgangspunkt für unsere Brasilienreise. Bin gerade total geflasht, dass diese hässliche Metropole solche Schätze versteckt hält 🙂

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    • Franzi

      Hi Gina. Oh ja, das hatte ich auch nicht erwartet. Der Aufwand mit Taxi, Bus und Fähre war schon ziemlich groß für einen Tag. Aber das war’s auf jeden Fall wert. Sonst konnte man wirklich nicht viel anderes machen, als im Hotel am Mini-Pool zu liegen oder Shoppen zu gehen. Da ist mir der Strand noch tausendmal lieber 🙂 LG Franzi

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  • Anne-Marie

    Da kommen gerade tolle Erinnerungen hoch 🙂 Brasilien ist wirklich eines meiner absoluten Lieblingsreiseländer auf diesem Planeten. Ich hoffe soo sehr, dass ich es dieses oder nächstes Jahr nochmal dort hinschaffe. LG Anne

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    • Franzi

      Das kann ich mir vorstellen. Ich würde Brasilien auch wahnsinnig gerne einmal länger bereisen. Mal sehen, vielleicht im Winter 🙂 Dann aber unbedingt nach Rio und von dort aus nach unten durcharbeiten. LG Franzi

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  • Stefanie Schwarz

    Hi Franzi!
    Wow ich bin echt neidisch, ich hab mal für 7 Monate in Brasilien gelebt und vermisse es sehr …und an die Strände von Sao Paulo hab ich’s damals nicht geschafft 🙂
    Aber die Aussage dass Sao Paulo kulturell nichts zu bieten hat ist schlichtweg falsch… Sao Paulo hat eine der besten Kunstszenen in ganz Lateinamerika. Dazu muss man sich nur die ganzen Museen und Kulturzentren anschauen (CCBB, Itaú Cultural, etc.), die zeitgenössische Kunstausstellung auf Weltniveau (!) kostenlos (!!) anbieten; die Seitenstraßen der Av. Paulista mit Kleinkunstkinos und sehr interessanten Geschäften; die Biennale von Sao Paulo; oder das Künstlerviertel Vila Madalena, dort gibts Streetart an jeder Ecke, begnadete Designer und jeden Abend unfassbar gute Live-Musik. Aber das sind halt Sachen die nicht im Reiseführer stehen bzw. die sich einem vielleicht nicht erschließen wenn man nur 1-2 Tage in SP bleibt.
    Trotzdem viel Spaß noch! 😉
    LG Steffi

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    • Franzi

      Hallo Steffi,
      ja, da hast du bestimmt Recht, das war mal wieder so dahingeschrieben :-). Jedenfalls vielen Dank für deine tollen Tipps. Wenn ich das nächste Mal nach Sao Paulo komme, werde ich auf jeden Fall einiges davon ausprobieren. Liebe Grüße, Franzi

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  • Björn O.

    Hallo,
    was bin ich froh das ich auf diesen Blogbeitrag gestoßen bin. Ich bin zur Zeit beruflich für 2 Wochen in Sao Paulo, nach einer Wochen wird der Betondschungel dann doch etwas langweilig und man hat im Zentrum von Paulista irgendwie alles gesehen.
    Also ging es am Sonntag (gestern) nach genau deiner Anleitung an den Strand. Einfach traumhaft dort am Prainha Branca. (Blauer Himmel bei 32 Grad)
    Auch die Busfahrt war sehr sehenswert, wenn man dort am Abhang durch Berg und Tal fährt.

    Vielen Dank das ich durch dich diesen wunderbaren Ort aufsuchen konnte, alleine ohne Anleitung hätte ich mich wohl nicht getraut mich auf den Weg zu machen.

    Viele Grüße aus (noch) Sao Paulo

    Björn

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