Zuletzt überarbeitet am 5. Februar 2026 von Franzi
Lasst mich euch von meinem absoluten Lieblingsort in Israel erzählen: Jaffa – der südlichste und älteste Teil von Tel Aviv-Jaffa. Während sich hier früher eine biblische Geschichte nach der anderen abgespielt hat, ist die Altstadt von Jaffa heute fast schon ein Hipstertreff geworden. Leckeres Essen, Kunstgalerien, kleine Boutiquen und die schönste Straßenmusik, die ich jemals gehört habe. Von den Türen über die Fenster bis hin zu den Balkonen ist einfach alles zuckersüß.
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Inhalt
Hundert Herrscher, die sich Jaffa unter den Nagel reißen wollten
Wie jede Geschichte in Israel ist auch die Geschichte von Jaffa kompliziert. Vom Altertum an herrschten hier zuerst die Phönizier, dann die Makkabäer und dann die Römer. Die Bibelfesten unter euch kennen aus dieser Zeit bestimmt die Geschichte von Jesus‘ Jüngerin Tabita, die vom Apostel Petrus erweckt wurde (Apostelgeschichte 9,36-43). Weitere Eroberer von Jaffa: Kalif Omar (636), Gottfried von Bouillon (1099), Sultan Saladin (1187) und Richard Löwenherz (1191).
Weiter ging es dann ab 1268 unter der Herrschaft von Sultan Baibars I. (von den Mameluken), bis Jaffa 1518 an das Osmanische Reich fiel. 1799 konnte Napoléon Bonaparte nicht widerstehen und riss sich die Stadt nach sechsstündigem Artilleriebeschuss unter den Nagel. Next in Line waren ägyptische Truppen, die Jaffa 1832 wieder an das Osmanische Reich verloren.
Die Niederlage des Osmanischen Reiches läutete der Erste Weltkrieg ein. An dessen Anschluss entstand das Völkerbundsmandat für Palästina, das von Großbritannien verantwortet wurde. Nachdem das Mandat per UN-Beschluss 1948 endete, wurden Tel Aviv und Jaffa 1950 zu Tel Aviv-Jaffa zusammengeschlossen.
1945 war die Bevölkerung in Jaffa noch sehr gemischt – von 101.580 Menschen waren 30.820 Juden, 53.930 Moslems und 16.830 Christen. Das änderte sich schlagartig am 14. Mai 1948, als der Staat Israel ausgerufen wurde.
Noch am selben Tag wurde der jüdische Staat von sechs arabischen Nachbarstaaten überfallen, die mit seiner Vernichtung drohten. In Folge dessen nahmen die israelischen Milizen des Irgun und der Hagana Jaffa ein, woraufhin der größte Teil der Araber vertrieben wurde bzw. floh.




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Biblische Gruselgeschichten und griechische Mythologie
Genau wie ich denkt ihr jetzt wahrscheinlich: Ganz schön viel Action in Jaffa. Dabei war das noch längst nicht alles. Auch der „unwillige“ Prophet Jona bestieg in Jaffa sein Schiff nach Tarchisch, um Gottes Anordnungen zu entkommen. Blöderweise gerät er aber in einen (von Gott verursachten) Sturm und wird von einem Wal gefressen.
Im Walbauch betet er dann drei Tage und drei Nächte, bis der Wal ihn an Land wieder ausspuckt. Um nicht noch einmal in eine so blöde Situation zu geraten, erfüllt Jona schließlich den Willen Gottes – geht doch! Passend zur Geschichte gibt es an der Spitze des Peak Park auch eine Wal-Statue vom Bildhauer Daniel Kari aus Jerusalem.
Am Kai von Jaffa könnt ihr auch den Andromeda-Felsen sehen. Der hat zwar mit der Bibel nichts zu tun – dafür aber mit der griechischen Mythologie. Hier hielt der Meeresgott Poseidon Andromeda gefangen, da sie geopfert werden sollte. Zum Glück kommt gerade noch rechtzeitig ihr Lover Perseus (mit den geflügelten Sandalen des Hermes ausgestattet) herbeigeeilt, um sie zu retten.




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Kunst, Kultur und Food-Himmel: Die schönsten Jaffa Sehenswürdigkeiten
Heute gibt es nur noch 5.000 Araber in Jaffa. Trotzdem findet ihr hier nach wie vor viele traditionelle Restaurants, die Hummus, Shakshuka und andere Spezialitäten in ihrer ursprünglichen Qualität anbieten. Das Essen in Jaffa ist einfach großartig und meiner Meinung nach zählen die Araber auch zu den herzlichsten Gastgebern in Israel. Richtig lecker sind auch die frisch gepressten Säfte und Smoothies, die ihr überall auf der Straße kaufen könnt.
Neben dem Essen ist natürlich die Altstadt das absolute Highlight von Jaffa. Weil die Bevölkerung Ende des 19. Jahrhunderts auf engstem Raum leben musste, sind die Gassen schmal, die Häuser winzig und das ganze erinnert ein bisschen an ein Miniatur-Wunderland.
In den vergangenen Jahren wurden die Steingebäude mit viel Liebe zum Detail restauriert und beherbergen Galerien, Boutiquen, Judaica-Läden und Restaurants. Ich könnte wirklich Stunden in Jaffa verbringen und einfach nur jedes einzelne Haus, jede Treppe und jeden Balkon bestaunen und fotografieren.
Auch die Promenade, die alte Meeresmauer, den Kdumim Platz und den Hafen solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Letzterer beherbergt auch das Haus des Gärbers Simon, das Grab der Jüngerin Tabita und das Franziskanerkloster St. Peter aus dem 17. Jahrhundert.
Dann gibt es in Jaffa noch die Mahmoudiya Moschee – die größte und bedeutendste Moschee der Stadt. Last but not least hat mir auch der Flohmarkt in Jaffa richtig gut gefallen. Hier müsst ihr beim Shoppen aber ein bisschen aufpassen, weil einige der Artikel bei der Ausreise aus Israel Probleme bereiten können.



10 FAQs rund um Tel Aviv Jaffa und seine Sehenswürdigkeiten
1. Was ist Jaffa und wo liegt es?
Jaffa, auch Yafo genannt, ist der historische Stadtteil im Süden von Tel Aviv. Die Altstadt liegt direkt am Mittelmeer und gilt als einer der ältesten durchgehend bewohnten Häfen der Welt.
2. Wofür ist Jaffa besonders bekannt?
Jaffa ist bekannt für seine historische Altstadt, den alten Hafen, enge Gassen und eine spürbar andere Atmosphäre als das moderne Tel Aviv. Geschichte, Kunst, Kulinarik und Meer treffen hier auf engem Raum zusammen.
3. Was sollte man in Jaffa unbedingt gesehen haben?
Zu den Highlights zählen die Altstadt von Jaffa, der Hafen, der Uhrturm, der Flohmarkt Shuk Hapishpeshim und die Aussichtspunkte entlang der Küste. Viele Orte lassen sich gut zu Fuß erkunden.
4. Wie unterscheidet sich Jaffa vom restlichen Tel Aviv?
Jaffa wirkt ruhiger, historischer und orientalischer als das junge, moderne Tel Aviv. Die Architektur ist älter, die Gassen enger und das Leben verläuft etwas entschleunigter, besonders in der Altstadt.
5. Kann man Jaffa gut zu Fuß erkunden?
Ja, Jaffa eignet sich sehr gut für Spaziergänge. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander, und gerade das Schlendern durch die Gassen macht den besonderen Reiz des Viertels aus.
6. Was ist der Shuk Hapishpeshim in Jaffa?
Der Shuk Hapishpeshim ist der bekannte Flohmarkt von Jaffa. Hier findet man Antiquitäten, Second-Hand-Läden, Designshops, Cafés und Restaurants. Besonders am Wochenende ist der Markt sehr lebendig.
7. Gibt es in Jaffa gute Restaurants und Cafés?
Ja, Jaffa gilt als kulinarischer Hotspot. Von traditionellen arabischen Restaurants über Fischlokale am Hafen bis hin zu modernen Cafés ist die Auswahl groß. Viele Lokale legen Wert auf regionale und frische Küche.
8. Wie kommt man am besten nach Jaffa?
Jaffa ist von Tel Aviv aus gut erreichbar. Man kann entlang der Strandpromenade spazieren, Busse nutzen oder mit dem Taxi fahren. Auch mit dem Fahrrad ist die Strecke sehr angenehm.
9. Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Jaffa?
Frühling und Herbst sind ideal, da die Temperaturen angenehm sind. Auch abends lohnt sich ein Besuch, wenn die Altstadt beleuchtet ist und Restaurants und Bars geöffnet haben.
10. Für wen lohnt sich ein Besuch in Jaffa besonders?
Für Kulturinteressierte, Fotografie-Fans, Genießer:innen und alle, die Tel Aviv von einer anderen, historischeren Seite erleben möchten. Jaffa bietet einen spannenden Kontrast zur modernen Großstadt direkt nebenan.








Wunderschöne Bilder! Ich möchte auch wahnsinnig gerne mal nach Israel reisen.
Liebe Anne,
vielen Dank 🙂
Die Reise lohnt sich wirklich.
Liebe Grüße
Franzi
Wundervolle Bilder, liebe Franzi.
In Jaffa war ich vor zwei Jahren und es war wirklich ein fantastischer Tag.
Das Essen habe ich auch noch in bester Erinnerung 🙂
Gruß
Markus
Hi Markus,
vielen lieben Dank.
Das Essen war wirklich göttlich 🙂
Liebe Grüße
Franzi