Zuletzt überarbeitet am 7. Februar 2026 von Franzi

Ich glaube, Delhi ist die anstrengendste Stadt, die ich in meinem ganzen Leben kennengelernt habe – vollgestopft mit Lärm, Smog, Gerüchen und Verrücktheiten. Manchmal kommt es mir so vor, als würde die indische Hauptstadt ihre gesamte Energie aus den vielen Millionen Menschen saugen, die hier jeden Tag durch die Straßen hetzen. Ihr habt keine Lust auf Autoschlangen, Shoppingmalls und Geschäftsleute? Dann fahrt am besten direkt weiter nach Old Delhi, denn hier erlebt ihr noch das echte Indien. Hier zeige ich euch die schönsten Old Delhi Sehenswürdigkeiten.


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Von Neu Delhi nach Old Delhi – eine Reise in die Vergangenheit

Die Fahrt von Neu Delhi nach Old Delhi fühlt sich an wie eine Zeitreise. Die Straßen werden immer schmaler, die Autos weniger und die Häuser heruntergekommener. Und wenn ihr dann endlich die ehemalige Hauptstadt (zwischen dem 12. und 19. Jahrhundert war das Old Delhi) erreicht, erlebt ihr eine ganz andere Welt. 

Wusstet ihr, dass Indien früher ein muslimisches Land war? Das merkt ihr in Old Delhi bis heute ganz deutlich, denn es gibt überall Moscheen und auch die Märkte und der Alltag der Bewohner sind muslimisch geprägt.

Sightseeing in Old Delhi ist anstrengend. Die Straßen sind unglaublich vollgestopft mit Menschen, Auto- und Fahrradrikschas, Verkäufern und Ständen. Es ist heiß, staubig, dreckig und mit den vielen extremen Gerüchen musste ich alle paar Meter ein bisschen flacher atmen.

Und trotzdem habe ich in Old Delhi einen der schönsten Tage seit langem verbracht. Denn im Gegensatz zu Neu Delhi ist der Stadtteil noch genau so geblieben, wie ich mir Indien immer vorgestellt habe: Bunt, laut, aufregend und irgendwie ein bisschen verrückt.

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Basar Chandni Chowk - Markt in Old Delhi, Indien
Rikscha fahren macht nicht wirklich Sinn in den verstopften Straßen. Eine Runde wollten wir aber trotzdem drehen
Basar Chandni Chowk - Markt in Old Delhi, Indien
Ich liebe die vielen kleinen verschlungenen Gassen in Old Delhi
Basar Chandni Chowk - Markt in Old Delhi, Indien
Rikschas sind hier das wichtigste Fortbewegungsmittel – Autos gibt es nur wenige

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Red Fort: Das Rote Fort ist das Wahrzeichen von Old Delhi

Das Rote Fort ist eigentlich auch bei deutschen Touristen eher unter dem Namen Red Fort (Lal Qila) bekannt. Die riesige Festung aus rotem Sandstein wurde zwischen 1639 und 1648 für den Mogulkaiser Shah Jahan erbaut. Blöderweise wurde der aber zur selben Zeit von seinem eigenen Sohn Aurangzeb entthront und musste sein Leben als Gefangener im Fort von Agra verbringen.

Die Festungsmauern erstrecken sich über zwei Kilometer, die Mauerhöhe reicht von 18 Meter an der Flussseite bis 33 Meter an der Stadtseite. Seit 2007 gehört das Rote Fort (Red Fort) zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Besonders schön ist ein Besuch am späten Nachmittag, wenn der rote Sandstein in der Abendsonne leuchtet. Ein bisschen genervt hat mich allerdings, dass wir als Ausländer 250 Rupien Eintritt bezahlen mussten – Einheimische bezahlen gerade mal 40 Rupien. Geöffnet ist das Red Fort von 9:30 bis 16:30 Uhr.

Red Fort - Rotes Fort - Festung in Old Delhi, Indien
In den Gärten vom Red Fort könnt ihr euch ein bisschen vom Straßenchaos in Old Delhi erholen
Red Fort - Rotes Fort - Festung in Old Delhi, Indien
Alle Gebäude im Roten Fort sind wunderschön verziert und bemalt
Red Fort - Rotes Fort - Festung in Old Delhi, Indien
Eine kleine Pause bei 30 Grad im Schatten – muss auch mal sein
Red Fort - Rotes Fort - Festung in Old Delhi, Indien
In den alten Gemäuern haben wir uns zur Mittagszeit vor der Hitze versteckt
Red Fort - Rotes Fort - Festung in Old Delhi, Indien
Der Park im Red Fort beherbergt unter anderem ein paar uralte Bäume und viele verschiedene Pflanzenarten
Red Fort - Rotes Fort - Festung in Old Delhi, Indien
Plant auf jeden Fall zwei Stunden Zeit ein, wenn ihr euch alles in Ruhe ansehen wollt

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Unbedingt anschauen: Die Jama Masjid Moschee

Die Jama Masjid („Freitagsmoschee“) ist die größte Moschee in Indien und eine der größten auf der ganzen Welt. Sie wurde von 1644 bis 1658 im extravaganten Stil auf Befehl von Shah Jahan erbaut und schmückt sich unter anderem mit vier Ecktürmen, zwei 40 Meter hohen Minaretten und drei beeindruckenden Eingängen. Richtig schön ist auch die Bauweise, bei der abwechselnd weißer Marmor und roter Sandstein verarbeitet wurden.

Die Jama Masjid liegt im Zentrum von Shahjahanabad und kann außerhalb der Gebetsstunden besichtigt werden. Offiziell dürfen Frauen nur in Begleitung eines “verantwortlichen männlichen Verwandten” in die Moschee. Das gilt aber scheinbar nicht für Ausländer – oder man nimmt es einfach nicht so genau. Generell ist die Moschee von 8:00 Uhr bis zum Sonnenuntergang geöffnet. Während der Gebetszeiten und von 12:30 bis 14:00 Uhr darf sie allerdings nicht betreten werden.

Der Eintritt ist frei – dafür wurden uns am Eingang 250 Rupien für die Kamera abgezockt. Wichtig: Nehmt euch ein Tuch mit, um die Schultern zu bedecken, sonst müsst ihr dort ein ungewaschenes leihen. An heißen Tagen empfehle ich euch auch ein paar Socken, denn dann ist der Boden glühend heiß.

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Jama Masjid Moschee in Old Delhi, Indien
Die Gläubigen verlassen gut gelaunt den Gebetsraum – und wir dürfen endlich rein
Jama Masjid Moschee in Old Delhi, Indien
Mein Tipp: Unbedingt Socken mitnehmen, denn Schuhe sind nicht erlaubt und der Boden ist glühend heiß
Jama Masjid Moschee in Old Delhi, Indien
Die Jungs wollten lieber Fotos mit uns machen, anstatt zurück in den Gebetsraum zu gehen
Jama Masjid Moschee in Old Delhi, Indien
Und mit den Kindern hatten wir in der Moschee auch richtig viel Spaß
Jama Masjid Moschee in Old Delhi, Indien
Die Menschen in der Moschee waren uns gegenüber total offen und freundlich

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Shopping in Old Delhi: Saris, Kunst und Streetfood

Die Hauptstraße von Old Delhi ist ein Shoppingparadies. Der Basar Chandni Chowk ist bunt, laut und verrückt – aber mit ein bisschen Geduld kann man hier richtig toll einkaufen. Zum Beispiel frisches Obst, Gewürze, Kunst, Schmuck, Kurtas und Saris. Die Preise sind deutlich günstiger als in Neu Delhi und anstatt Made in China ist hier noch traditionelle, indische Handarbeit angesagt.

In vielen Geschäften könnt ihr euch auch Kleider und Hemden maßschneidern und zum Beispiel Bettwäsche oder Kissenbezüge nach Wunsch nähen lassen. Beim Streetfood in Old Delhi bin ich tendenziell eher vorsichtig. Oft sieht man auf den ersten Blick, ob das Essen hygienisch zubereitet wird. Man kann aber auch ganz böse ins Fettnäpfchen treten – es heißt ja nicht umsonst „Delhi Belly“.

Basar Chandni Chowk - Markt in Old Delhi, Indien
Auf dem Basar Chandni Chowk könnt ihr leckere Früchte, frische Säfte und Streetfood kaufen
Basar Chandni Chowk - Markt in Old Delhi, Indien
Auf dem Markt bekommt ihr auch qualitativ hochwertige Gewürze für wenig Geld
Basar Chandni Chowk - Markt in Old Delhi, Indien
In Old Delhi sieht es immer aus, als ob gerade eine Farbbombe explodiert wäre
Basar Chandni Chowk - Markt in Old Delhi, Indien
Sagt den Verkäufern einfach wonach ihr sucht, dann schicken sie euch zum richtigen Stand

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Noch mehr Sehenswürdigkeiten in Old Delhi

Absolut sehenswert ist auch der Sikh Tempel Gurudwara Sis Ganj Sahib. Er ist Tag und Nacht geöffnet und wir wurden dort sehr herzlich und neugierig empfangen. Kameras und Fotos sind allerdings nicht erwünscht – daran haben wir uns natürlich gehalten. Eintritt müsst ihr hier nicht bezahlen und der Tempel ist rund um die Uhr geöffnet.

Dann gibt es in Old Delhi noch die Mahatma Gandhi-Gedenkstätte Raj Ghat. Der indische Friedenskämpfer wurde hier 1948 beigesetzt und bis heute pilgern täglich viele Inder zu seinem Grab, um ihm die Ehre zu erweisen. Die Mahatma Gandhi-Gedenkstätte Raj Ghat ist Dienstag bis Sonntag von 9:30 bis 17:30 Uhr geöffnet.

Basar Chandni Chowk - Markt in Old Delhi, Indien
Mit der Rikscha haben wir ungefähr doppelt so lange gebraucht wie zu Fuß
Basar Chandni Chowk - Markt in Old Delhi, Indien
Ich liebe das Chaos in den kleinen Gassen von Old Delhi

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Old Delhi: Hinkommen und rumkommen

Von Neu Delhi nach Old Delhi kommt ihr am besten mit der gelben Linie der Delhi Metro. Die Bahn hält an der Station Chandni Chowk. Hier steigt ihr direkt am Markt aus und habt es auch nicht weit zum Red Fort und zur  Jama Masjid Moschee. Generell würde ich euch empfehlen, die Sehenswürdigkeiten in Old Delhi zu Fuß abzuklappern. Wir haben einmal eine Rikscha genommen und hätten die Strecke wohl zu Fuß in einem Drittel der Zeit geschafft.

Ansonsten gilt in Old Delhi wie fast überall in Indien: Es ist nervig und anstrengend – aber relativ sicher. Die Menschen erscheinen am Anfang ziemlich ruppig, aber eigentlich sind sie sehr herzlich, neugierig und hilfsbereit. Passt gut auf eure Sachen auf, auf dem Markt gibt es einige Taschendiebe.

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Red Fort - Rotes Fort - Festung in Old Delhi, Indien
Mit meinem indischen Freund Gaurav und meiner Kollegin Sarah im Red Fort
Red Fort - Rotes Fort - Festung in Old Delhi, Indien
Ein bisschen tausendundeine-Nacht-Feeling kommt hier auch auf

10 FAQs rund um Old Delhi und seine Sehenswürdigkeiten

1. Was ist Old Delhi und wo liegt es?
Old Delhi ist der historische Kern von Delhi im Norden der heutigen Metropole. Das Viertel wurde im 17. Jahrhundert als Shahjahanabad gegründet und bildet bis heute das kulturelle und geschichtliche Herz der Stadt.

2. Wofür ist Old Delhi besonders bekannt?
Old Delhi ist bekannt für seine engen Gassen, lebhaften Märkte, historische Moscheen und eine intensive Alltagsatmosphäre. Hier erlebt man Delhi in seiner ursprünglichsten und chaotischsten Form.

3. Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in Old Delhi gesehen haben?
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die Jama Masjid, das Rote Fort sowie die Hauptstraße Chandni Chowk mit ihren Märkten und Tempeln.

4. Was ist Chandni Chowk?
Chandni Chowk ist eine der ältesten und belebtesten Straßen Indiens. Sie ist bekannt für Märkte, Streetfood, Schmuckläden, Gewürzstände und ein dichtes Gedränge, das den Charakter von Old Delhi prägt.

5. Wie viel Zeit sollte man für Old Delhi einplanen?
Für einen ersten Besuch reichen etwa drei bis vier Stunden. Wer tiefer eintauchen, essen gehen oder Märkte erkunden möchte, kann problemlos einen halben Tag oder länger einplanen.

6. Ist Old Delhi sicher für Besucher:innen?
Grundsätzlich ja, allerdings ist Old Delhi sehr belebt und unübersichtlich. Aufmerksamkeit, gesunder Menschenverstand und das Meiden von abgelegenen Gassen allein bei Dunkelheit sind empfehlenswert.

7. Wie erkundet man Old Delhi am besten?
Zu Fuß, mit der Metro oder per Rikschafahrt. Besonders beliebt sind geführte Rikschatouren, da sie Orientierung bieten und Einblicke in das Viertel erleichtern.

8. Welche Rolle spielt Streetfood in Old Delhi?
Streetfood ist ein zentraler Bestandteil von Old Delhi. Das Viertel gilt als eines der besten kulinarischen Zentren Indiens, mit Spezialitäten wie Chaat, Parathas, Jalebi und traditionellen Süßspeisen.

9. Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Old Delhi?
Am besten besucht man Old Delhi am Vormittag oder frühen Nachmittag. In den kühleren Monaten von Oktober bis März sind Temperaturen angenehmer als im heißen Sommer.

10. Für wen eignet sich ein Besuch in Old Delhi besonders?
Für Kultur- und Geschichtsinteressierte, Fotografie-Fans und Reisende, die Indien authentisch erleben möchten. Old Delhi ist intensiv, laut und fordernd, aber auch äußerst faszinierend.

Red Fort - Rotes Fort - Festung in Old Delhi, Indien
Trotz Chaos hat mir Old Delhi viel besser gefallen als Neu Delhi
Red Fort - Rotes Fort - Festung in Old Delhi, Indien
Mittagspause: Die Außenfassade vom Roten Fort wird gerade ziemlich umfassend renoviert