Zuletzt überarbeitet am 21. Januar 2026 von Franzi
Habt ihr euch jemals gefragt, wie es sich anfühlt, ein Boot zu steuern? Nur durch die Kraft des Windes – ganz ohne Motor und Lärm. Ich habe oft darüber nachgedacht, wie es wohl so ist, die Segel zu setzen und einfach loszufahren. So oft, dass der Traum vom Segeln lernen in den letzten Jahren immer weiter in mir gewachsen ist. Vor ein paar Wochen ging mein Wunsch dann endlich in Erfüllung: Beim VDWS Katamaran Segelkurs mit Frosch Sportreisen auf der griechischen Insel Korfu.
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Inhalt
Und los geht’s: Segeln lernen mit Frosch Sportreisen
Ziemlich aufgeregt stehen wir am Montag um Punkt elf Uhr an der Wassersportstation. Hier werden Schnupper-, Grund- und Intensivkurse im CAT-Segeln angeboten – wer möchte (und bereits die nötige Lizenz in der Tasche hat) kann sich auch einen Katamaran ausleihen.
Dabei stehen zwei Top Cats K2 und ein K1 zur Auswahl. Die Wassersportstation ist übrigens nicht nur für Frosch Gäste offen – ihr könnt hier auch vorbeikommen, wenn ihr in einem anderen Hotel Urlaub macht und trotzdem Segeln lernen möchtet.
Zusammen mit unserem Lehrer Steffen steht dann erstmal ein riesiger Berg Theorie auf dem Plan: Teilebestimmung, Segel setzen, Ablegen und Beiliegen, Segelstellungen, Windrichtungen, Knoten und noch vieles mehr. Nach zweieinhalb Stunden raucht uns so richtig der Kopf und wir gönnen uns erstmal eine kleine Pause und eine Abkühlung im Meer.
An der Wassersportstation von Frosch Reisen gibt es gemütliche Sitzsäcke, Liegen, Schirme und Sonnensegel. Alle paar Stunden kommt ein netter Strandverkäufer mit kalten Getränken, Donuts und Ost vorbei.

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Zum ersten Mal auf dem Wasser – Segel setzen und ab in den Wind
Der Wind meint es die ganze Woche über gut mit uns, sodass wir unseren Kurs am selben Tag noch fortsetzen können. Jetzt müssen wir zum ersten Mal alleine unseren Katamaran für das Wasser vorbereiten.
Eine echte Herausforderung ist es, das Großsegel zu setzen – ich hätte nicht gedacht, dass man dabei so viel Kraft braucht und während ich mit meinem ganzen Körpergewicht am Seil hänge, wünsche ich mich heimlich zurück auf meine gemütliche Liege. Danach wird das Segelboot mit einem Wagen ins Meer gewuchtet und es kann endlich losgehen.
Der Wind bläst jetzt relativ stark und wir düsen auf Amwindkurs hinaus aufs offene Meer. In dem Moment sind alle Strapazen vergessen und ich verliebe mich augenblicklich in das wunderbare Gefühl, mit dem Katamaran über die Wasseroberfläche zu gleiten. Leider lässt uns Steffen nicht viel Zeit, die wilde Fahrt zu genießen. Jetzt heißt es: Üben, üben, üben.
Das erste Manöver, das wir lernen müssen, ist das Beiliegen – ein Sicherheitsmanöver, mit dem wir den Cat in allen Situationen zum Stehen bzw. zum langsamen Treiben bringen können. Danach üben wir den Aufschießer. Hier geht es darum, möglichst schnell die Fahrt aus dem Boot zu nehmen – zum Beispiel zum Anlegen oder falls ein Crewmitglied über Bord geht. Das dritte Manöver des Tages ist die Wende – eine Richtungsänderung mit dem Bug durch den Wind.


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Die Tage zwei und drei im Segelkurs: Jetzt heißt es üben, üben, üben
Die nächsten beiden Tage verbringen wir damit, unsere Manöver zu üben. Dazu gehören auch das sichere Ablegen und Anlegen, das wir für unsere VDWS Katamaran Grundlizenz beherrschen müssen. Außerdem lernen wir, die Geschwindigkeit und Fahrtrichtung des Katamarans mit verschiedenen Segelstellungen und Gewichtstrimm zu kontrollieren.
Dann stehen noch zwei weitere Manöver auf dem Programm, die für Anfänger ziemlich tricky sind: Die Halse, bei der die Richtung mit dem Heck durch den Wind geändert wird. Und Boje über Bord, bei dem die Boje (oder Schwimmweste) ein vom Boot gefallenes Crewmitglied darstellt, das von uns wieder eingesammelt oder im Ernstfall sogar gerettet werden muss.
An Tag drei wird es noch einmal doppelt spannend: Zum einen, weil wir unser Boot zum Kentern bringen müssen. Ja, ihr habt richtig gelesen. Wir hängen uns irgendwo draußen auf dem Ozean mit ganzem Körpergewicht an unseren Katamaran, um ihn umzuwerfen. Das ist wichtig, damit wir lernen, wie wir unser Boot wieder aufrichten können, falls wir einmal kentern.
Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen Panik vor dem Manöver hatte – aber am Ende hat das Ganze richtig viel Spaß gemacht. Und dann durften wir am Nachmittag sogar zum ersten Mal ganz alleine mit dem Katamaran aufs Wasser. Dafür, dass wir vorher ziemlich nervös waren, hat das erstaunlich gut geklappt.


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Segeln lernen Tag vier: Die Prüfung für unsere VDWS Katamaran Lizenz
Am letzten Tag müssen wir noch einmal alles geben: Nachdem wir die letzten Abende mit Theorie büffeln verbracht haben (das ist tatsächlich richtig viel und gar nicht so unkompliziert), schreiben wir heute unsere theoretische Prüfung. Vorher geht es allerdings noch ein letztes Mal alleine mit dem Katamaran aufs Meer. Allerdings ist der Wind so stark, dass wir die Manöver nur ganz vorsichtig fahren können und einmal sogar beinahe kentern.
Eine richtige praktische Prüfung gibt es zum Glück nicht. In der Regel schaut sich der Trainer im Verlauf des Kurses an, ob man die Manöver und alles für die Lizenz wichtige beherrscht.
Dazu gehören unter anderem: Bootsaufbau, Ablegen, Steuern, Schotenführung, Segelstellung, Crewposition, Kurse zum Wind, Wende, Halse, Kreuzen vor dem Wind, Aufschießen, Beiliegen, Anlegen, Boje über Bord und Verhalten in Notsituationen. Und nachdem wir tagelang so fleißig gelernt haben, wuppen wir die theoretische Prüfung dann tatsächlich mit null Fehlern.

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Mein Fazit zum VDWS Segelkurs mit Frosch Sportreisen
Obwohl wir tatsächlich einen großen Teil unseres Urlaubs mit nächtlichem Büffeln und Blasen an den Händen verbracht haben, hat sich das Segeln lernen wirklich gelohnt. Das Gefühl, mit dem Wind im Gesicht über das Wasser zu schießen, ist wirklich einzigartig. Als wir am dritten Tag alleine auf dem Wasser waren, konnte ich es gar nicht glauben, dass wir wirklich ein so gigantisches (naja, zumindest kommt es dir als Steuermann bzw. -Frau so vor) Boot beherrschen können.
Wenn ihr euch selbst für das Segeln lernen interessiert, solltet ihr euch aber bewusst sein, dass der Kurs kein Zuckerschlecken ist. Ich habe selbst schon im Urlaub Wind- und Kitesurfkurse gemacht. Die waren aber deutlich entspannter als das CAT-Segeln und auch die Theorie konnte man in einer halben Stunde so ein bisschen nebenher lernen.
Beim Segeln ist das alles schon deutlich anspruchsvoller. Ihr bekommt ein Workbook mit vielen Informationen rund um die oben genannten Manöver und Wissenswertes aus den Bereichen Sicherheit und Umweltschutz. Die Inhalte müsst ihr zum theoretischen Test auch wirklich gut beherrschen, sonst könnte es knapp werden. Der Aufwand lohnt sich aber, das könnt ihr mir glauben. Ich habe auf jeden Fall Blut geleckt und möchte unbedingt am Segeln dranbleiben.

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10 häufig gestellte Fragen rund um das Thema Segeln lernen
1. Kann man Segeln auch ohne Vorkenntnisse lernen?
Ja, Segeln lässt sich sehr gut ohne Vorkenntnisse erlernen. Viele Segelschulen bieten Anfängerkurse an, in denen ihr Schritt für Schritt an Theorie und Praxis herangeführt werdet – vom ersten Ablegen bis zu einfachen Manövern.
2. Wie lange dauert es, Segeln zu lernen?
Grundlagen lassen sich oft schon innerhalb weniger Tage erlernen, etwa in einem Wochenend- oder Wochenkurs. Sicheres und routiniertes Segeln entwickelt sich mit regelmäßiger Praxis über mehrere Wochen oder Monate.
3. Braucht man einen Segelschein, um segeln zu dürfen?
Das hängt vom Revier und vom Boot ab. Auf vielen Binnengewässern und im Ausland ist kein Schein vorgeschrieben, für größere Boote oder das Chartern im Meer wird jedoch meist ein offizieller Segelschein verlangt.
4. Ist Segeln schwer zu lernen?
Segeln ist technisch anspruchsvoll, aber gut erlernbar. Wichtig sind Verständnis für Wind, einfache Knoten, Grundmanöver und Teamarbeit. Mit guter Anleitung und Übung ist der Einstieg für die meisten problemlos.
5. Lernt man besser auf einem See oder auf dem Meer?
Beides ist möglich. Seen bieten oft ruhige Bedingungen und sind ideal für den Einstieg. Das Meer bringt zusätzlich Strömung und Wellen ins Spiel, was anspruchsvoller ist, aber auch schnell Routine vermittelt.
6. Welche Kleidung braucht man zum Segeln lernen?
Bequeme, wetterfeste Kleidung ist entscheidend. Eine Windjacke, rutschfeste Schuhe mit heller Sohle und Sonnenschutz gehören zur Grundausstattung. Je nach Wetter können auch Neopren oder warme Schichten sinnvoll sein.
7. Ist Segeln auch für Kinder oder ältere Anfänger:innen geeignet?
Ja, Segeln ist für fast alle Altersgruppen geeignet. Es gibt spezielle Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Wichtig sind eine gewisse Beweglichkeit und Freude an Bewegung im Freien.
8. Muss man besonders sportlich sein, um segeln zu lernen?
Nein, überdurchschnittliche Fitness ist nicht nötig. Eine normale Grundkondition reicht aus. Technik, Koordination und Verständnis für Wind und Boot sind wichtiger als Kraft.
9. Was kostet es, Segeln zu lernen?
Die Kosten variieren je nach Kursform, Dauer und Revier. Einsteigerkurse liegen meist im moderaten Bereich, während Intensivkurse oder Urlaube mit Segeltraining entsprechend teurer sein können.
10. Wo kann man besonders gut Segeln lernen?
Beliebt sind Reviere mit verlässlichem Wind und guter Infrastruktur, etwa die Ostsee, das Mittelmeer oder größere Binnenseen. Entscheidend ist weniger der Ort als eine gute Segelschule und regelmäßige Praxis.


Offenlegung: Zu dieser Reise wurde ich von Frosch Sportreisen eingeladen. Mehr Informationen über den Reiseveranstalter Frosch findet ihr auf der offiziellen Webseite.









Das ist toll! Die Bilder sind so schön. Eigentlich bin ich eher der Wanderer oder Biker, sehr sehr gerne bin ich auf der Seiser Alm wandern, aber jetzt würde ich auch gerne mal segeln 🙂 Das ist bestimmt lustig. Ich probiere es hoffentlich bald. Danke für den Bericht!
Hi Amelie,
oh ja, das Segeln hat wirklich wahnsinnig viel Spaß gemacht. Würde dir bestimmt auch gefallen 🙂
Liebe Grüße
Franzi