Zuletzt überarbeitet am 8. Februar 2026 von Franzi
Ich bin ein Strandmädchen. War es immer, werde es immer sein. Davon war ich mein Leben lang überzeugt, aber jetzt bin ich mir auf einmal nicht mehr so sicher. Die nordischen Länder haben mich zwar immer gereizt, aber irgendwie habe ich am Ende immer einen Grund gefunden, doch in den Süden zu fliegen. Bis zu meiner Islandreise im März, die mein ganzes Weltbild auf den Kopf gestellt hat. In diesem Artikel möchte ich euch noch mehr von der Insel erzählen – unter anderem auch von meiner ersten Gletscherwanderung in Island.
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Inhalt
Wie ich mich in einen kalten, blauen Eisberg verliebt habe
Auf einmal gibt es eine neue große Liebe in meinem Leben und der Strand, das Meer und die Sonne haben ernsthaft Konkurrenz bekommen. Nicht von Bergen und nicht von Seen – sondern von kalten, weiß-blau schimmernden Eisklötzen. Dabei haben Eis und Kälte eigentlich überhaupt nichts mit meinem natürlichen Lebensraum zu tun. Ich mag es warm, gerne auch heiß. Ich mag Sommerkleider und FlipFlops, Surfen im Bikini und Cocktails am Strand.
Trotzdem habe ich mich in Island überraschend schnell an die Kälte gewöhnt. Sightseeing in Winterstiefeln, Wale beobachten im Polaranzug und Wanderungen mit Spikes an den Schuhen. Ein bisschen anstrengend, aber man gewöhnt sich ganz leicht daran – und die Landschaft entschädigt einfach für alles.
Ich habe mich so unglaublich schnell in das Land verliebt, mit seinen vielen Farben, den heißen Quellen und den Vulkanen. Wirklich schicksalhaft war aber der vorletzte Tag meiner Reise. Der Tag, an dem ich eine Gletscherwanderung in Island unternehmen durfte.



Von Reykjavik zum Svínafellsjökull
Der Gletscherhike hat sich eigentlich ganz spontan ergeben. Denn als wir morgens in Reykjavik unseren Guide Teitur trafen, hatten wir noch keine Pläne für den Tag. Eigentlich hatten wir den Golden Circle im Hinterkopf. Die Route wurde von Teitur aber direkt als zu touristisch und überlaufen abgetan. Völlig zu Recht: Schon während unserer Fahrt konnten wir beobachten, wie massenhaft chinesische Touristen in Reisebussen zum Circle gekarrt wurden.
Stattdessen beschlossen wir, die Fahrt zum Svínafellsjökull in Angriff zu nehmen. Der Gletscher liegt in der Nähe von Svínafell an der Straße 1, ungefähr vier Stunden in südöstlicher Richtung von Reykjavik. Die lange Fahrt lohnt sich aber, denn die meisten Gletschertouren finden am näher gelegenen Sólheimajökull statt, der bei gutem Wetter dementsprechend überlaufen ist.



Ich kann Walisch! Wale beobachten in Island
Gletscherwanderung in Island: Darauf solltet ihr achten
Auch ohne Ausrüstung könnt ihr relativ viel vom Svínafellsjökull sehen. Auf das Eis zu klettern wäre ohne Pickel und Steigeisen allerdings lebensgefährlich. Ohne Guide übrigens auch. Denn selbst wenn ihr Erfahrung im Eislettern habt – wer die Gegend nicht kennt, kann ganz schnell abstürzen.
Denn oft sind Gletscherspalten nur von einer dünnen Schneeschicht bedeckt, die sofort einbricht, wenn ihr darauf tretet. Grundsätzlich gilt aber: Wo das Eis blau ist, seid ihr sicher. Wo das Eis weiß ist oder Schnee liegt, herrscht Absturzgefahr.
Und abstürzen wollt ihr auf dem Svínafellsjökull wirklich nicht. Die Gletscherspalten sind zwar wunderschön anzusehen, aber oft viele Meter tief und mit unglaublich scharfen Kanten. Gebt also lieber ein paar Euro mehr für einen guten Guide aus, damit ihr die Gletscherwanderung in Island wirklich genießen könnt.
Ich bin ja kein spiritueller Mensch, aber der Svínafellsjökull gehört zu den wenigen Orten auf der Welt, bei deren Anblick mir fast das Herz stehen geblieben ist. Das Eis ist viele tausend Jahre alt und schillert in genauso vielen Blautönen.
Die Muster, die Formationen und die vielen eisigen Abgründe – alles ist irgendwie perfekt. Und obwohl es schwer zu glauben ist: Der Gletscher lebt. Er wandert, er arbeitet, bewegt und verändert sich. Manchmal sogar so schnell, dass die Kletter- und Wanderroute innerhalb von wenigen Tagen komplett unbrauchbar wird.



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Was wir sonst noch unterwegs erlebt haben
Teitur wäre nicht der coolste Guide der Insel, wenn er uns unterwegs nicht noch ein paar Island-Highlights gezeigt hätte. Ungefähr 40 Minuten vom Svínafellsjökull (weiter auf der Straße 1 in östlicher Richtung) liegt der Jökulsárlón, der größte Gletschersee der Insel.
Er ist 18 Quadratkilometer groß und 248 Meter tief. Richtig schön sind die bis zu 15 Meter hohen Eisberge, die sich von der Gletscherzunge des nah gelegenen Breiðamerkurjökull ablösen und auf dem Gletschersee herumtreiben. Außerdem spielen und planschen hier überall Robben.




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Lava, Torfhütten und schwarze Strände
Auch auf dem Weg von Reykjavik zum Gletscher haben wir ein paarmal angehalten. Der erste Stop: Die Lavahöhle Raufarhólshellir. Sie iegt nördlich von Þorlákshöfn, kurz vor der isländischen Südküste. Die Höhle ist über 1.300 Meter lang und wahnsinnig aufregend. Einstieg ist an der Straße 39 (Þrengslavegur) – gut ausgeschildert und leicht zu finden.
Noch so ein Highlight: Die alten Torffarmen in der Eyafjoll Region bei Drangshlid. Hier haben die Isländer gaaanz früher gewohnt – noch vor der Besiedlung durch die Wikinger. Weiter gings dann zum Lavafeld von Eldhraun, zum Urriðafoss (der wasserreichste Wasserfall Islands) und zum Wasserfall bei Heimaland.
Last but not least haben wir auch am „Black Sand Beach“ Reynisfjara noch einmal angehalten, obwohl wir dort ein paar Tage vorher schon waren. Er erstreckt sich über die gesamte Südküste der Insel und ist ungefähr 200 Kilometer lang. Die Landschaft ändert sich ständig und es lohnt sich definitiv, mehrere Stops einzulegen.














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Mein Hoteltipp für Island: Das Hotel Viking*
Das Hotel Víking* war einer der schönsten Orte, an denen wir in Island übernachtet haben. Die Lage in Hvolsvöllur ist perfekt für alle, die Südisland erkunden wollen – nahe der Ringstraße, mit kurzen Fahrzeiten zu den Wasserfällen, Gletschern und schwarzen Stränden. Schon beim Betreten spürt man die warme, familiäre Atmosphäre: Die Zimmer sind gemütlich, gut ausgestattet und bieten genau den Komfort, den man nach einem langen Island-Tag braucht.
Besonders gefallen hat uns das Frühstück – frisch, reichhaltig und mit lokalen Produkten -, perfekt, um gestärkt in den Tag zu starten. Abends war der Blick über die weite Vulkanlandschaft einfach atemberaubend, und auch die Mitarbeiter waren immer freundlich, hilfsbereit und mit praktischen Tipps zur Hand.

Noch ein paar Polarlichter zum Abschied
Ich glaube, es war schon Mitternacht, als wir endlich in Reykjavik angekommen sind. Und dort hatte diese wunderbare Insel noch ein kleines Abschiedsgeschenk für uns: Wir haben endlich die Polarlichter gesehen. Ich kann mich nur tausend Mal bedanken bei unserem großartigen Guide Teitur, der Island wie seine Westentasche kennt und mir einen der schönsten und aufregendsten Tage meines Lebens beschert hat.
Ich kann kaum glauben, dass Island in nur acht Tagen mein Reise-Weltbild auf den Kopf gestellt hat. Ich will jetzt nach Norwegen, nach Schweden, nach Finnland und vielleicht sogar irgendwann nach Grönland oder in die Antarktis.
Schon verrückt, wie immer wieder ein Punkt von der Löffelliste gestrichen wird und ungefähr zehn neue dazu kommen. Aber so ist das eben, mit dem Reisen. Für mich gehts jetzt erstmal zurück nach New York und später im Monat nach San Francisco. Die nächsten sechs Monate darf ich wieder fliegen – ich glaube, das wird eine richtig coole Zeit.

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10 FAQs rund um das Thema Gletscherwanderung in Island
1. Was versteht man unter einer Gletscherwanderung in Island?
Eine Gletscherwanderung ist eine geführte Tour über das Eis eines Gletschers. Dabei bewegt man sich mit Steigeisen über Schnee, Eis und Gletscherspalten und lernt viel über Entstehung, Bewegung und Veränderung der Gletscher.
2. Welche Gletscher eignen sich besonders für Wanderungen?
Sehr beliebt sind der Sólheimajökull an der Südküste sowie Gletscher im Vatnajökull-Gebiet, etwa bei Skaftafell. Diese Regionen sind gut zugänglich und bieten eindrucksvolle Eislandschaften.
3. Kann man in Island ohne Guide auf einen Gletscher gehen?
Nein, davon wird dringend abgeraten. Gletscher sind dynamisch und bergen Gefahren wie Spalten und instabile Eisbereiche. Gletscherwanderungen sollten ausschließlich mit zertifizierten Guides stattfinden.
4. Benötigt man besondere Ausrüstung für eine Gletscherwanderung?
Die technische Ausrüstung wie Steigeisen, Helm und gegebenenfalls Eisaxt wird in der Regel gestellt. Wichtig sind feste, wasserdichte Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung und warme Schichten.
5. Ist eine Gletscherwanderung auch für Anfänger:innen geeignet?
Ja, viele Touren sind speziell für Einsteiger:innen konzipiert. Vorkenntnisse sind meist nicht nötig, eine normale Grundfitness reicht aus. Die Guides passen Tempo und Route der Gruppe an.
6. Wie lange dauert eine typische Gletscherwanderung?
Die meisten Touren dauern zwischen zwei und vier Stunden. Es gibt auch längere Varianten oder Kombitouren, zum Beispiel mit Eishöhlenbesuch.
7. Wann ist die beste Zeit für eine Gletscherwanderung in Island?
Gletscherwanderungen sind ganzjährig möglich. Der Sommer bietet längere Tage und einfachere Bedingungen, der Winter punktet mit Schnee, Eisformationen und teils blauen Eishöhlen.
8. Wie anstrengend ist eine Gletscherwanderung?
Der Schwierigkeitsgrad ist meist moderat. Das Gehen mit Steigeisen erfordert etwas Konzentration, ist aber gut erlernbar. Regelmäßige Pausen gehören dazu.
9. Sind Gletscherwanderungen sicher?
Bei professioneller Durchführung gelten sie als sicher. Die Guides prüfen Wetter, Eisverhältnisse und Routen sorgfältig und geben vorab eine Einweisung in Technik und Verhalten auf dem Gletscher.
10. Für wen lohnt sich eine Gletscherwanderung in Island besonders?
Für Naturliebhaber:innen, Abenteuersuchende und alle, die Island intensiv erleben möchten. Eine Gletscherwanderung gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen des Landes und bietet Perspektiven, die man sonst nicht bekommt.









Island ist wirklich ein Traumland. Dieses Jahr klappt es bei mir leider nicht, aber nächstes Jahr will ich auf jeden Fall hinfliegen. Dann vielleicht sogar auch im Winter.
Gruß
Markus
Ja, mach das unbedingt! Ich habe von so vielen Locals gehört, dass im Winter alles viel entspannter und weniger touristisch ist. Wir hatten so viele schöne Orte ganz für uns allein, das wäre im Sommer wohl nie möglich gewesen.
Liebe Grüße
Franzi
Island ist einfach ein mega-tolles Land! Vor Island dachte ich auch immer, dass mich ein „kaltes“ Land niemals so begeistern könnte. Doch ich wurde eines besseren belehrt und war restlos begeistert. Für mich gab es gleich 10 Highlights in Island. Besonders gut gefallen hat mir jedoch eine Wanderung rund um den Vulkankrater Hverfjall bei Myvatn . Für mich war es bestimmt nicht das letzte Mal Island!
Hi Sabine,
da geht es dir ja genau wie mir 🙂
Ich möchte auch unbedingt nochmal im Frühjahr oder Herbst nach Island und dann unbedingt mehr wandern gehen.
Liebe Grüße
Franzi
Wow, das ist ja traumhaft schön. Island steht ohnehin schon ganz weit oben auf der Liste meiner nächsten Wunschreiseziele und hat jetzt definitiv noch ein paar Pluspunkte gesammelt 🙂
Hi Christina,
ja, es war wirklich unglaublich schön und total surreal. Freut mich, dass ich dich noch ein bisschen mehr für Island begeistern konnte 🙂
Liebe Grüße
Franzi
Hallo Franzi,
zur Zeit drehen echt alle durch und wollen nach Island… ich aber auch! 😀 Ich wollte unbedingt schon dieses Jahr hin, jetzt hoffe ich, dass es nächstes Jahr etwas wird. Deine Bilder sind einfach toll, genau deswegen will ich nach Island, wegen der atemberaubenden Landschaft (und den Ponies 😉 )!
Liebe Grüße, Jean
jean-abovetheclouds.com
Hi Jean,
lieben Dank, das freut mich total 🙂
Ja, leider wird Island mittlerweile von Touristen regelrecht überflutet – besonders im Sommer.
Die Insel ist aber definitiv eine Reise wert. Eines der schönsten Länder, die ich jemals bereist habe! Ach ja und die Ponies liebe ich natürlich auch.
Liebe Grüße
Franzi
Mir ging es bei Island ganz genauso.
Eigentlich liebe ich den Süden. Island war nur dazu gedacht, einmal Nordlichter zu sehen (Das hat tatsächlich auch geklappt).
Ich hätte nicht gedacht, dass mich die Insel so in ihren Bann zieht. Wir haben insgesamt 2 Gletscherwanderungen unternommen und einige Gletscherhöhlen besucht. Das war wirklich ein unvergessliches Abenteuer.
Die Landschaft rund um die Jökulsarlon Lagune und dem Diamond Beach hat mich dann wirklich gefesselt.