Zuletzt überarbeitet am 18. Dezember 2025 von Franzi

Urlaub ist die schönste Zeit im Jahr und es gibt wohl nichts ätzenderes, als wenn einem Krankheiten oder allgemeines Unwohlsein diese besonderen Tage vermiesen. Leider bin ich selbst auch so eine Kandidatin, die auf Reisen schnell krank wird. Eigentlich immer dann, wenn mein Körper gerade erst beginnt, sich ein bisschen vom Alltagsstress zu erholen. Da ich sowohl privat als auch in meinem Job als Flugbegleiterin aber super viel unterwegs bin, habe ich mittlerweile ein paar ausgefeilte Strategien, um auf Reisen gesund zu bleiben. Meine besten Tipps (und den Inhalt meiner Reiseapotheke) möchte ich heute mit euch teilen.


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Ein bisschen Vorbereitung kann im Ernstfall euren Urlaub retten

Ich habe schon einige ungläubige Blicke geerntet, wenn ich Freunden im Urlaub meine Reiseapotheke gezeigt habe. Denn die ist wirklich umfangreich und wirkt für einige vielleicht auch ein bisschen übertrieben. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass man oft genau die Medikamente nicht dabei hat, die man in einem akuten Krankheitsfall doch so dringend bräuchte.

Auf fast allen meinen Reisen war ich froh, dass diese Wundermittel grundsätzlich nie meinen Koffer verlassen. Wer schon einmal spät abends mit Kopfschmerzen oder einer dicken Erkältung im Hotel angekommen ist, weiß wie wichtig es ist, immer gut vorbereitet zu sein. Denn meiner Meinung nach gibt es nichts schlimmeres, als im Ausland nach einer Apotheke suchen zu müssen. Ganz besonders dann, wenn auch noch eine Sprachbarriere besteht. 

Besonders in heißen Ländern mit hoher Luftfeuchtigkeit war ich zum Beispiel immer dankbar für meine Elektrolyte, Iberogast und Aktivkohle. Unser Körper muss sich an die neuen Bakterien im Wasser (und somit auch im Essen) erst gewöhnen, sodass Magenprobleme beinahe vorprogrammiert sind. In Richtung Amerika geht es für mich grundsätzlich nie ohne Melatonin – hier stehe ich sonst regelmäßig um drei Uhr nachts hellwach im Bett.

Flugbegleiterin am Flughafen München

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Basics, die in jede Reiseapotheke gehören

Ein kleiner Überblick über den Inhalt meiner Reiseapotheke. Diese Basics nehmen im Koffer nicht viel Platz weg und können euch im Ernstfall den Urlaub retten:

  • Schmerztabletten (z.B. Paracetamol oder Thomapyrin)
  • Mittel gegen Reisekrankheit
  • Magentabletten
  • Mittel gegen Kreislaufprobleme
  • Augentropfen
  • Halstabletten
  • Wund- und Heilsalbe
  • Wundspray (alternativ hilft natürlich auch Jod)
  • Kühlendes Insektengel
  • Schmerzgel (z.B. Voltaren – alternativ hilft auch Retterspitz)
  • Cold Packs (haben eine kühlende Wirkung und sind sofort einsetzbar)
  • Sonnenschutzmittel
  • Repellents gegen Mücken (Insektenspray)
  • Pinzette (entfernt Stacheln, Scherben, Muschelsplitter,etc.)
  • Ohrstöpsel
  • Melatonin

Was ich euch außerdem empfehlen kann, wenn ihr auf Reisen sportlich aktiv seid

  • Blasenpflaster (am besten wasserfest – beim Wandern oder beim Surfen im warmen Wasser reißen Hände und Füße schnell auf)
  • Sonnencreme (je mehr Lichtschutzfaktor, desto besser – LSF 30 sollte es mindestens sein)
  • Sonnenstift (zum schnellen Nachcremen von Nase, Wangen und Ohren am Strand oder auf dem Berg)
  • Ohrenspray (hilft bei entzündeten Ohren – vor allem beim Wasser- und Wintersport sehr praktisch)
  • Kompressionsstrümpfe (schützen auf langen Flügen vor Thrombosen und helfen euch, lange Trainingseinheiten gut zu überstehen)
  • Arnika-Salbe (pflanzliches Heilmittel gegen Blutergüsse, Prellungen und Zerrungen)
  • Traumaplant (hilft gegen Schwellungen und Entzündungen)
  • Magnesium (schützt vor Krämpfen)
  • Sterile Wundauflage
  • Elastische Binden und Mullbinden

Für Wanderungen oder Radtouren bieten sich Erste-Hilfe-Packs an. Die kleinen Helfer sind leicht, wasserfest und passen in jeden Rucksack bzw. auf jedes Rad. Unter anderem enthalten sie eine Rettungsdecke und Verbandsmaterial.

Restaurant am Flughafen München

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Und das sind meine Favoriten, ohne die auf Reisen gar nichts geht

Hier habe ich noch einen kleinen Überblick über meine Favoriten für euch, ohne die ich Europa schon seit Jahren nicht mehr verlassen habe. Dazu zählen nicht nur klassische Medikamente sondern auch ein paar Hausmittelchen, die mir schon so oft den Tag gerettet haben.

  • Tiger Balm: Tiger Balm ist mein Allheilmittel gegen alles. Das kühlende weiße Tiger Balm hilft gegen Insektenstiche, Schwellungen und schwere Beine und Füße auf und nach dem Langstreckenflug. Wer es sich unter die Nase reibt, ist sogar gegen Reiseübelkeit und müffelnde Sitznachbarn gewappnet. Das rote, wärmende Tiger Balm wirkt super gegen Zerrungen und Rückenschmerzen. Beide Produkte sind besonders günstig in Asien aber mittlerweile auch schon überall in Deutschland erhältlich. 
  • Lavendel: Ich habe immer ein Lavendelsäckchen im Gepäck. Unter dem Kissen drapiert hilft es beim Einschlafen und gegen Kopfschmerzen. Im Koffer sorgt es dafür, dass meine Wäsche frisch duftet. Vor dem Heimflug stecke ich es in den Schmutzwäschebeutel. 
  • Melatonin: Melatonin ist ein natürliches Schlafhormon, das den Tag-Nacht-Rhytmus des menschlichen Körpers steuert. Ein kleines Wundermittel gegen Jetlag, das keinerlei Nebenwirkungen hat oder in irgendeiner Form abhängig macht.
  • Snacks: Wer schon einmal nachts mit Jetlag aufgewacht ist und vor lauter Verzweiflung die überteuerte Minibar geplündert hat, weiß, wie wichtig es ist, immer Snacks und Getränke im Gepäck zu haben. Das Minimum sind bei mir ein süßer und ein salziger Snack sowie eine Flasche Wasser.
  • Elektrolytlösung: Elektrolytlösung ist die schnelle Rettung bei Kopfschmerzen, Sonnenstich, Schwindel und Übelkeit. Besonders praktisch zu transportieren ist sie in Form von Brausetabletten. Frische, junge Kokosnüsse haben übrigens den gleichen Effekt. 
  • Außerdem immer in meiner Reiseapotheke: Iberogast und Aktivkohle für sämtliche Magenprobleme, Kräutertee (im Hotel gibt es meistens nur Kaffee und schwarzen Tee) und Magnesium (schützt vor Krämpfen). 

Darum stehen Snacks ganz oben auf meiner Liste

Dass ich nie wieder ohne Snacks und Getränke im Koffer verreisen werde, habe ich als Flugbegleiterin gleich in meinem ersten USA-Layover gelernt. Nachts um vier hatte ich vor Hunger solche Magenschmerzen, dass ich mich erst über die Minibar hergemacht und dann auch noch Roomservice mit Nacht-Aufpreis bestellt habe. Das Ergebnis: Eine 60-Dollar-Rechnung, die ausschließlich durch meine nächtliche Fressattacke entstanden ist. 

Oft sind Snacks auch die unkomplizierteste Lösung bei kleinen Wehwehchen – denn Proteinriegel, Müsliriegel oder Nüsse helfen schnell gegen Kopfschmerzen, Cracker und Salzgebäck beruhigen den Magen. Besonders praktisch finde ich auch kleine Porridge-Tütchen, die sich ganz einfach mit heißem Wasser zu einem leckeren Frühstück verwandeln lassen.

Noch ein Tipp für heiße Länder mit hoher Luftfeuchtigkeit

Dass eine frische, junge Kokosnuss den gleichen Effekt hat wie eine Elektrolytlösung aus der Apotheke, habe ich in Thailand gelernt – denn das Kokoswasser ist dem menschlichen Blutplasma in seiner Zusammensetzung auffallend ähnlich. Nach einem viel zu ausgiebigen Sonnenbad mit anschließenden Kopfschmerzen und Übelkeit haben mich zwei eiskalte Kokosnüsse am Strand direkt wieder fit gemacht. 

Flugbegleiterin am Flughafen München

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FAQs zur Reiseapotheke und Gesundheit auf Reisen

  1. Was gehört in eine gut ausgestattete Reiseapotheke?
    Eine Reiseapotheke sollte Medikamente gegen Schmerzen und Fieber, Mittel gegen Durchfall und Übelkeit, Pflaster und Verbandmaterial, Desinfektionsmittel, Sonnenschutz, Insektenschutz sowie persönliche Medikamente enthalten. Je nach Reiseziel und Dauer können auch Elektrolyte, Nasenspray oder Augentropfen sinnvoll sein.
  2. Welche Medikamente sollte man immer im Handgepäck mitführen?
    Wichtige Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen, gehören immer ins Handgepäck. Dazu zählen auch Schmerzmittel, Mittel gegen Reiseübelkeit oder Allergien. Falls Gepäck verspätet ankommt, bleibt man so handlungsfähig.
  3. Brauche ich für Medikamente im Ausland ein ärztliches Attest?
    Für verschreibungspflichtige Medikamente, Spritzen oder größere Mengen ist ein ärztliches Attest empfehlenswert, idealerweise auf Englisch. Das gilt besonders bei Reisen außerhalb der EU oder bei der Mitnahme von Betäubungsmitteln.
  4. Wie kann ich Magen-Darm-Erkrankungen auf Reisen vermeiden?
    Häufiges Händewaschen, abgepacktes Trinkwasser, gut durchgegarte Speisen und das Meiden von Eiswürfeln in unsicheren Regionen reduzieren das Risiko deutlich. Eine kleine Auswahl an Durchfallmedikamenten gehört dennoch in jede Reiseapotheke.
  5. Ist Sonnenschutz auch bei Städtereisen oder im Winter wichtig?
    Ja, Sonnenschutz ist nicht nur am Strand relevant. Auch in Städten, in den Bergen oder im Winter kann UV-Strahlung stark sein. Eine Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor hilft, Sonnenbrand und langfristige Hautschäden zu vermeiden.
  6. Wie schütze ich mich unterwegs vor Insektenstichen?
    Insektenabwehrmittel mit wirksamen Inhaltsstoffen, lange Kleidung am Abend und gegebenenfalls Moskitonetze sind bewährte Maßnahmen. Nach Stichen helfen kühlende Gels oder Salben gegen Juckreiz und Schwellungen.
  7. Was tun bei Erkältung oder Fieber auf Reisen?
    Leichte Erkältungen lassen sich oft mit Ruhe, Flüssigkeit und gängigen Medikamenten gut behandeln. Bei hohem Fieber, starken Schmerzen oder anhaltenden Beschwerden sollte vor Ort ärztlicher Rat eingeholt werden, besonders in Ländern mit guter medizinischer Versorgung.
  8. Sollte man Impfungen vor einer Reise auffrischen lassen?
    Je nach Reiseziel sind bestimmte Impfungen empfohlen oder vorgeschrieben. Auch Standardimpfungen wie Tetanus oder Masern sollten aktuell sein. Eine reisemedizinische Beratung vor der Reise gibt Sicherheit und Planungsspielraum.
  9. Wie bewahre ich Medikamente bei Hitze richtig auf?
    Medikamente sollten vor direkter Sonne und hohen Temperaturen geschützt werden. In heißen Regionen eignen sich isolierende Taschen oder kleine Kühltaschen, besonders für temperaturempfindliche Arzneimittel.
  10. Wann ist eine Reiseapotheke besonders wichtig?
    Eine Reiseapotheke ist vor allem bei Rundreisen, Outdoor-Aktivitäten, Fernreisen oder Reisen in Regionen mit eingeschränkter medizinischer Versorgung wichtig. Sie hilft, kleinere Beschwerden selbst zu behandeln und gibt Sicherheit unterwegs.