Zuletzt überarbeitet am 26. Januar 2026 von Franzi
„Some people are worth melting for“, sagt Olaf der Schneemann in „Frozen“. Er hat zwar Recht, aber ich finde, dass das nicht nur für Menschen gilt. Es gibt auch ein paar ganz besondere Orte auf unserem schönen Planeten, für die es sich lohnt, zu schmelzen – auch wenn sie auf den ersten Blick überhaupt nicht unserem natürlichen Lebensraum entsprechen. Einer davon ist die Lakeland Region rund um Jyväskylä, von der ich euch heute erzählen will.
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Inhalt
Ich frage mich oft, was ich eigentlich in Finnland verloren habe
Jetzt fragt ihr euch bestimmt, was denn mein natürlicher Lebensraum ist. Gute Frage, so spontan würde ich ihn einfach mal bei 29 Grad und mindestens 80 Prozent Luftfeuchtigkeit ansiedeln. In den letzten Jahren habe ich so viel Zeit in (Südost-)Asien verbracht, dass ich mich im tropischen Klima mittlerweile wohler fühle als in Deutschland.
Dass ich mich jemals in das krasse Gegenteil verlieben könnte, hätte ich niemals gedacht. Aber vor drei Jahren ist es dann doch passiert, dass ich mein Herz zuerst an Island und ein paar Monate später auch an Finnland verloren habe. Es ist keine heißblütige Romanze, wie ich sie mit Balis Surfstränden und den Philippinischen Trauminseln erlebt habe. Eher eine arrangierte Ehe, aus der nach Jahren des Zusammenlebens dann doch die perfekte Beziehung wurde.


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Tausend Dinge, für die man Finnland einfach lieben muss
Mein Körper schreit vor Schmerzen, wenn ich mich morgens im Dunkeln bei tiefsten Minusgraden aus der warmen Hütte kämpfen muss. Mein Herz schreit vor Glück, wenn ich mit Schneeschuhen bewaffnet durch tief verschneite Wälder stapfe und nach dem Sprung in ein Eisloch mit brennenden Füßen zurück in die Sauna renne.
Wenn man meine Layover dazurechnet, war ich im letzten Jahr ungefähr sieben Mal in Finnland. Und trotzdem war ich Anfang des Jahres wieder total aufgeregt, als ich in den Flieger in Richtung Helsinki steigen durfte. Von dort aus ging es mit dem Bus weiter nach Jyväskylä. Die Universitätsstadt liegt in Mittelfinnland und ist mit 138.850 Einwohnern die siebtgrößte Stadt des Landes.


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Jyväskylä: Finnlands Hotspot für Sport und Wellness
Jyväskylä gehört zum finnischen Lakeland und liegt eingebettet zwischen vielen glasklaren und atemberaubend schönen Seen. Die Region gilt als absoluter Hotspot für Sport und Wellness. Die Auswahl an Outdoorsportarten ist quasi endlos und auch der Leistungssport wird hier gefördert – unter anderem im KIHU Institut für Olympische Sportarten und dem Sports Lab Jyväskylä.


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Wintersport in Jyväskylä: Die Finnen lieben Langlauf
Absolutes Neuland war für mich eine Minitour auf Langlaufskiern im Laajis Urban Outdoors Park. Obwohl ich in meinem Leben schon gefühlt hundert Mal auf Skiern gestanden bin, ist das Gefühl auf den schmalen Brettern doch ein komplett anderes. Ich glaube, besonders professionell habe ich nicht ausgesehen. Aber Langlauf ist wirklich ein tolles Ganzkörpertraining und perfekt für eine Erkundungstour durch die verschneite Winterlandschaft.

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Schneeschuhwandern – der wohl nordischste Sport überhaupt
Schneeschuhwandern habe ich letztes Jahr zum ersten Mal in Lappland ausprobiert. Es macht wirklich so viel Spaß, mit den riesigen Pranken durch meterhohen Tiefschnee zu stapfen. In Jyväskylä sind wir mit den Schneeschuhen sogar über einen zugefrorenen See gewandert und haben einem Einheimischen beim Eisangeln zugesehen. Ein richtig cooles Erlebnis.


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Fast schon ein bisschen verliebt habe ich mich aber in das Fatbiken. Auf unserer Tour mit Versona Oy sind wir durch den verschneiten Wald gefahren. Auf den breiten Waldwegen ist das Fatbiken zwar anstrengend aber dafür ziemlich easy.
Deutlich mehr Skills braucht man auf den Single Trails – hier ist richtig viel Balance gefragt, weil das Fatbike mit jedem Treten im Schnee ein Stück rutscht. Am Anfang hatte ich wieder so ein paar „Das bekomme ich niemals hin“-Momente. Nach ein paar Minuten Übung hat man den Dreh aber doch relativ schnell raus. Vor allem wenn man auch zuhause regelmäßig mit dem Mountainbike unterwegs ist.


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Nie ohne in Finnland: Sauna und Wellness in Jyväskylä
Rund um Jyväskylä und allgemein in Finnland werdet ihr kaum eine Unterkunft ohne Sauna finden. Hotels sind grundsätzlich mit zwei Saunen (Männer und Frauen saunieren getrennt) und oft sogar mit einem kleinen oder größeren Spa ausgestattet. Noch ursprünglicher sind aber die Saunahütten, die ihr in vielen Pensionen und Gasthäusern nutzen könnt.
Ein richtig authentisches Saunaerlebnis hatten wir zum Beispiel in der Villa Kivitasku. Die ursprüngliche Saunahütte wurde hier vor vielen Jahren aus Holz von den umliegenden Wäldern gebaut und gilt heute als eine der besten des Landes. Zum Aufheizen braucht sie rund fünf Stunden – aber es lohnt sich. Wer sich traut, kann danach noch einen Sprung in das Eisloch im angrenzenden See wagen.

Die schönsten Unterkünfte in Jyväskylä
In Jyväskylä kann ich euch gleich drei tolle Unterkünfte empfehlen, die ich während meiner Finnlandreise testen durfte. Sie könnten nicht verschiedener sein, so dass wirklich für jeden Geschmack das Richtige dabei ist.
Wenn ihr eher zu den klassischen Hoteltypen zählt, kann ich euch das Sokos Hotel Paviljonki* empfehlen. Das moderne Designhotel liegt zentral in Jyväskylä und ist der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. Der Spa im Obergeschoss bietet separate Saunen für Männer und Frauen mit einem tollen Blick über den Jyväsjärvi See.
Das komplette Kontrastprogramm bietet das Guesthouse Kumpunen* in Petäjävesi. Es liegt auf einem Bio-Bauernhof und nur ein paar Schritte vom See Kirrinjärvi entfernt. Das Essen ist hier definitiv ein Highlight, da fast alles aus der hauseigenen Produktion stammt. Neben der klassischen Sauna gibt es im Guesthouse Kumpunen auch eine traditionelle Rauchsauna, die ihr unbedingt einmal ausprobieren solltet. Nur einen Kilometer entfernt steht die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Kirche Petäjävesi.
Last but not least habe ich noch im Guesthouse Varjola* in der Nähe von Laukaa übernachtet. Der perfekte Ort für Wintersportfans und Adrenalinjunkies: Hier werden über 40 verschiedene Aktivitäten angeboten, zum Beispiel Schneeschuhwandern, River-Floating im Trockenanzug, Schneemobiltouren und vieles mehr. Eine Sauna gibt es natürlich auch – inklusive gemütlichem Hotpool.


Jyväskylä – noch so ein Juwel in Finnland
Ich entdecke immer mehr schöne Ecken in Finnland und merke dabei, dass ich mich jedes Mal ein bisschen mehr in dieses traumhafte Land verliebe. Jyväskylä war definitiv ein Highlight und wenn euer Herz auch für (Winter-)Sport schlägt, solltet ihr der Region unbedingt einen Besuch abstatten.
Ich war übrigens im Rahmen der Reisebloggerkonferenz Nordic Bloggers Experience (NBE) in Finnland. Die Reise nach Jyväskylä war Teil des Programms und ich habe mich riesig gefreut, dass ich auf diese Weise wieder ein paar Tage nordischen Winter erleben durfte.
Bald nehme ich euch übrigens noch einmal mit nach Finnland, denn direkt nach Jyväskylä hat es mich zum Skifahren nach Vuokatti und Koli verschlagen. Schaut also bald mal wieder rein, wenn ihr Lust auf mehr Geschichten aus dem Norden habt.


10 häufig gestellte Fragen rund um Jyväskylä in Finnland
1. Wo liegt Jyväskylä und wofür ist die Stadt bekannt?
Jyväskylä liegt in Mittelfinnland, umgeben von Seen und Wäldern. Die Stadt ist bekannt für ihre hohe Lebensqualität, ihre junge Atmosphäre durch die Universität und ihre starke Verbindung zu Natur und Design.
2. Welche Rolle spielt Alvar Aalto in Jyväskylä?
Jyväskylä gilt als eine der wichtigsten Städte für Fans von Alvar Aalto. In und um die Stadt finden sich zahlreiche Gebäude des berühmten finnischen Architekten, darunter auch ein eigenes Museum, das sich seinem Werk widmet.
3. Wie viel Zeit sollte man für Jyväskylä einplanen?
Für einen ersten Besuch reichen ein bis zwei Tage, um die Stadt und ihre Umgebung kennenzulernen. Wer Ausflüge in die Natur unternehmen oder Seen und Nationalparks in der Nähe erkunden möchte, sollte mehr Zeit einplanen.
4. Was kann man in Jyväskylä unternehmen?
Beliebt sind Spaziergänge entlang des Sees Jyväsjärvi, Cafébesuche, Museumsbesuche und Saunagänge. Die Stadt ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Radfahren oder Kanufahren.
5. Ist Jyväskylä eine gute Destination für Naturliebhaber:innen?
Ja, absolut. Die Stadt liegt mitten in der finnischen Seenlandschaft und bietet schnellen Zugang zu Wäldern, Seen und Naturgebieten. Viele Outdoor-Erlebnisse beginnen direkt am Stadtrand.
6. Wann ist die beste Reisezeit für Jyväskylä?
Jyväskylä ist ein Ganzjahresziel. Der Sommer ist ideal für Aktivitäten am und auf dem Wasser, während der Winter mit Schnee, Eis und Saunaerlebnissen punktet. Der Herbst ist besonders stimmungsvoll durch die Laubfärbung.
7. Ist Jyväskylä auch im Winter einen Besuch wert?
Ja, im Winter zeigt sich Jyväskylä von einer sehr authentischen finnischen Seite. Langlaufloipen, Winterspaziergänge, zugefrorene Seen und die ausgeprägte Saunakultur machen die kalte Jahreszeit besonders reizvoll.
8. Braucht man ein Auto, um Jyväskylä zu erkunden?
Die Stadt selbst lässt sich gut zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. Für Ausflüge in die umliegende Natur ist ein Auto jedoch sehr praktisch und gibt deutlich mehr Flexibilität.
9. Ist Jyväskylä eher ruhig oder lebendig?
Jyväskylä verbindet beides. Tagsüber wirkt die Stadt entspannt und naturverbunden, abends sorgen Studierende, Restaurants und Bars für eine lebendige, aber unaufgeregte Atmosphäre.
10. Für wen eignet sich eine Reise nach Jyväskylä besonders?
Jyväskylä ist ideal für alle, die Finnland abseits großer Metropolen erleben möchten. Naturliebhaber:innen, Architekturinteressierte, Ruhesuchende und Individualreisende fühlen sich hier besonders wohl.

Zu dieser Reise wurde ich von Visit Jyväskylä im Rahmen der Nordic Bloggers Experience Konferenz eingeladen.









Finnland hat wirklich eine ganz besondere Energie im Winter – überhaupt alle nordischen Länder. Mich reizen tatsächlich auch Finnland, Schweden, Norwegen etc. aktuell mehr als warme Stranddestinationen. Weit oben auf meiner Must-Travel Liste stehen aktuell auch Island und Grönland. Mal sehen, ob eines der beiden Länder in diesem Jahr noch klappt.
Lieben Gruß
Hendrik