Zuletzt überarbeitet am 28. Januar 2026 von Franzi
Wer in Andalusien wandern möchte, stößt fast zwangsläufig auf den Caminito del Rey. Der Weg ist spektakulär, gut ausgebaut und inzwischen eine der bekanntesten Attraktionen der Region. Gleichzeitig ist er stark reglementiert, oft lange im Voraus ausgebucht und vor allem eines: voll. Genau hier kommt der Sendero El Saltillo ins Spiel. Die Wanderung wird häufig als kleine Alternative zum Caminito del Rey bezeichnet, nicht weil sie identisch wäre, sondern weil sie ähnliche Elemente bietet. Schmale Pfade, ausgesetzte Passagen und eine eindrucksvolle Hängebrücke gehören auch hier dazu. Der große Unterschied liegt in der Atmosphäre. Auf dem Sendero El Saltillo seid ihr deutlich ruhiger unterwegs, näher an der Natur und weitgehend auf euch allein gestellt.
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Inhalt
Überblick über die Wanderung zur Hängebrücke
Der Sendero El Saltillo ist keine extrem schwierige Tour, aber auch kein Spaziergang. Der Weg kombiniert gut begehbare Abschnitte mit schmalen Pfaden, Felsstegen und kurzen, ausgesetzten Passagen. Diese Abwechslung sorgt dafür, dass die Wanderung nie monoton wird. Ihr bewegt euch entlang alter Wasserkanäle, quert kleine Schluchten und lauft an Berghängen mit weitem Blick über die Axarquía.
Das Highlight der Route ist die Hängebrücke, die sich tief über eine Schlucht spannt. Sie markiert für viele den Wendepunkt der Wanderung, denn ab hier könnt ihr entscheiden, ob ihr umkehrt oder den Weg weiter fortsetzt. Genau diese Flexibilität macht den Sendero El Saltillo so attraktiv. Die Tour eignet sich sowohl für alle, die nur ein paar Stunden unterwegs sein möchten, als auch für Wandernde, die einen halben Tag in den Bergen verbringen wollen.


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Sendero El Saltillo: Startpunkt und Einstieg
Ausgangspunkt der Wanderung ist das Dorf Canillas de Aceituno. Das weiße Bergdorf liegt oberhalb der Axarquía und ist bereits für sich genommen einen Besuch wert. Enge Gassen, kleine Plätze und weite Ausblicke prägen das Ortsbild. Der Wanderweg beginnt nicht abrupt in der Natur, sondern führt euch zunächst durch und aus dem Dorf heraus.
Vom Zentrum aus folgt ihr der Beschilderung Richtung El Saltillo. Die ersten Meter verlaufen auf breiteren Wegen, vorbei an Häusern, Gärten und Olivenbäumen. Schon nach kurzer Zeit wird es ruhiger. Das Dorf bleibt hinter euch zurück, und der Blick öffnet sich in die umliegende Berglandschaft. Der Einstieg ist gut zu finden und klar markiert, dennoch ist es sinnvoll, eine Offline-Karte oder eine Wander-App dabeizuhaben, vor allem wenn ihr die längere Variante plant.


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Länge, Dauer und Varianten
Die Länge der Wanderung hängt davon ab, welche Variante ihr wählt.
Wenn ihr nur bis zur Hängebrücke wandert und anschließend auf demselben Weg zurückkehrt, beträgt die Strecke insgesamt etwa sechs bis sieben Kilometer. Dafür solltet ihr je nach Tempo und Pausen rund zweieinhalb bis drei Stunden einplanen. Die Höhenmeter halten sich in Grenzen, und der Weg ist gut machbar, wenn ihr eine normale Grundkondition mitbringt.
Die komplette Wanderung ist deutlich länger. Je nach gewählter Route kommt ihr auf rund zehn bis elf Kilometer. Dafür solltet ihr etwa vier bis fünf Stunden Gehzeit einrechnen. Die Höhenmeter sind spürbarer, aber gleichmäßig verteilt. Diese Variante eignet sich für alle, die mehr Zeit haben und die Ruhe der Berglandschaft intensiver genießen möchten.


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Schwierigkeitsgrad und Anforderungen
Der Sendero El Saltillo wird insgesamt als mittelschwer eingestuft. Technisch ist der Weg gut machbar, sofern ihr trittsicher seid und euch auf schmalen Pfaden wohlfühlt. Es gibt ausgesetzte Stellen ohne Geländer und schmale Felsstege, die Konzentration erfordern. Schwindelfreiheit ist besonders im Bereich der Schlucht und an der Hängebrücke von Vorteil.
Im Vergleich zum Caminito del Rey ist der Sendero El Saltillo deutlich weniger ausgebaut. Es gibt keine durchgehenden Sicherungen, keine Helmpflicht und keine festen Stege über die gesamte Strecke. Ihr bewegt euch hier auf einem klassischen Bergpfad, was die Wanderung authentischer, aber auch anspruchsvoller macht.


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Sendero El Saltillo: Der Weg im Detail
Nach dem Start in Canillas de Aceituno führt der Pfad zunächst leicht ansteigend aus dem Dorf heraus. Der Weg ist anfangs noch relativ breit und gut begehbar. Schon bald wird er schmaler und verläuft entlang eines Berghangs. Immer wieder öffnen sich Ausblicke ins Tal und zurück auf das Dorf.
Ein prägendes Element der Wanderung sind die alten Wasserkanäle. Sie verlaufen teilweise offen neben dem Weg und zeugen davon, wie wichtig die Wasserversorgung in dieser Region schon immer war. Der Pfad folgt diesen Kanälen stellenweise sehr nah. Hier ist Aufmerksamkeit gefragt, insbesondere nach Regen, wenn der Untergrund rutschig sein kann. Gleichzeitig gehören diese Abschnitte zu den stimmungsvollsten der gesamten Tour.
Mit zunehmender Entfernung vom Dorf wird die Landschaft wilder. Der Weg führt nun näher an die Schlucht heran. In einigen Bereichen helfen schmale Stahlstege dabei, Engstellen zu überwinden. Diese Passagen sind kurz, aber eindrucksvoll. Ihr bewegt euch oberhalb der Schlucht, habt freie Sicht auf die gegenüberliegenden Hänge und spürt die Höhe deutlich.
Die Hängebrücke
Der markanteste Punkt der Wanderung ist die Hängebrücke. Sie spannt sich hoch über die Schlucht und bildet für viele den emotionalen Höhepunkt der Tour. Die Brücke ist stabil gebaut und sicher, dennoch solltet ihr sie mit Respekt betreten. Je nach Wind ist eine leichte Bewegung spürbar, was das Erlebnis zusätzlich intensiviert.
Von der Brücke aus habt ihr einen beeindruckenden Blick in die Tiefe und auf die umliegende Berglandschaft. Viele Wandernde nutzen diesen Punkt für eine längere Pause. Wenn ihr euch entscheidet, nur bis zur Brücke zu gehen, ist dies euer Wendepunkt.


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Weitergehen oder umkehren
Nach der Hängebrücke könnt ihr entweder umkehren und den gleichen Weg zurück nach Canillas de Aceituno nehmen oder eure Wanderung fortsetzen. Der Rückweg auf der gleichen Strecke hat den Vorteil, dass ihr bekannte Passagen nun aus einer anderen Perspektive erlebt.
Wer weitergeht, wird mit noch mehr Ruhe belohnt. Der Weg wird weniger begangen, die Landschaft öffnet sich, und ihr seid oft über längere Zeit allein unterwegs. Diese Abschnitte wirken ursprünglicher und sind ideal für alle, die das stille Andalusien abseits bekannter Routen erleben möchten.
Landschaft und Natur
Der Sendero El Saltillo bietet eine typische andalusische Berglandschaft mit Olivenbäumen, Pinien, Sträuchern und felsigen Hängen. Je nach Jahreszeit verändert sich das Bild deutlich. Im Frühling blüht es entlang des Weges, im Sommer liegt ein trockener Duft in der Luft, und im Herbst sind die Temperaturen ideal zum Wandern. Auch im Winter ist die Tour oft gut machbar, solange es trocken bleibt.
Ein großer Pluspunkt ist die Ruhe. Abseits der Wochenenden und der Hauptsaison kann es passieren, dass ihr über längere Strecken niemandem begegnet.
Sendero El Saltillo: Anreise und Parken
Die Anreise nach Canillas de Aceituno erfolgt am besten mit dem Auto. Von der Küste oder von Málaga aus führen gut ausgebaute Straßen in das Hinterland. Die letzten Kilometer sind kurvig, aber landschaftlich sehr schön.
Im Ort selbst gibt es mehrere Möglichkeiten zu parken, sowohl am Straßenrand als auch auf ausgewiesenen Parkflächen. Von dort erreicht ihr den Einstieg in wenigen Minuten zu Fuß. An Wochenenden lohnt es sich, früh anzukommen, da die Parkmöglichkeiten begrenzt sind.


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Tipps für die Planung
Startet möglichst früh, besonders in den warmen Monaten. Nehmt ausreichend Wasser mit, da es unterwegs keine verlässlichen Trinkwasserquellen gibt. Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind wichtig, da der Untergrund stellenweise schmal und steinig ist. Prüft das Wetter vorab, denn nach Regen können einige Passagen rutschig sein. Plant Pausen ein, denn es gibt viele schöne Aussichtspunkte entlang des Weges.


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Häufig gestellte Fragen zum Sendero El Saltillo
Zum Schluss beantworte ich euch noch einige Fragen zum Sendero El Saltillo und seiner Hängebrücke:
Die Länge hängt von der gewählten Variante ab. Bis zur Hängebrücke und zurück sind es etwa sechs bis sieben Kilometer, die komplette Wanderung liegt bei rund zehn bis elfKilometern.
Für Anfänger:innen ist die kürzere Variante bis zur Hängebrücke gut geeignet, wenn Trittsicherheit vorhanden ist. Wer wenig Erfahrung hat, sollte sich Zeit nehmen und die Strecke nicht unterschätzen.
Die Brücke ist stabil gebaut und gut verankert. Dennoch solltet ihr schwindelfrei sein und euch konzentriert bewegen, da die Höhe deutlich spürbar ist.
Nein, der Sendero El Saltillo ist frei zugänglich. Es gibt keine Tickets, keine Zeitfenster und keine Kontrollen.
Mit wandererfahrenen, trittsicheren Kindern ist die Strecke bis zur Hängebrücke möglich. Kleine Kinder oder solche mit Höhenangst sollten nicht mitgenommen werden.
Auf dem Weg selbst gibt es keine Einkehr. Verpflegung solltet ihr mitnehmen und vorher oder nachher im Dorf einkehren.
Frühling und Herbst bieten die angenehmsten Temperaturen. Im Sommer kann es sehr heiß werden, im Winter ist die Wanderung bei trockenem Wetter gut möglich.
Der Einstieg und die Hauptpassagen sind beschildert. Für die längere Variante ist zusätzlich eine Karte oder App empfehlenswert.
Der Sendero El Saltillo ist weniger ausgebaut, ruhiger und naturbelassener – allerdings auch nicht ganz so spektakulär. Ihr wandert eigenständig auf einem Bergpfad statt auf einer touristischen Steganlage.
Ja, schon der Weg bis zur Hängebrücke bietet eindrucksvolle Landschaft und ein intensives Naturerlebnis.








