Zuletzt überarbeitet am 26. Januar 2026 von Franzi
[Alex schreibt] Keine Großstadt in China ist so gegensätzlich wie Shanghai, einst nicht mehr als ein verschlafenes Fischerdörfchen an der Mündung des Yangtze und heute mit 22 Millionen Einwohnern eine der größten und pulsierendsten Städte weltweit. Da ist die Prachtmeile The Bund mit ihren neoklassizistischen Bauten, die Designerboutiquen, Edelrestaurants und Rooftop-Bars beherbergen und einen irgendwie an New York erinnern, würde nicht über ihnen die rote Flagge mit den gelben Sternen wehen.
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Inhalt
Glitzernde Wolkenkratzer und traditionelle Teezeremonien
Da sind die glitzernden Hochhäuser auf der anderen Seite des Huangpu-Flusses, in Pudong, dem hypermodernen Finanzzentrum Shanghais, von denen einige zu den höchsten Gebäuden der Welt zählen. Da sind die traditionellen, backsteinernen Wohnhäuser, die heute Galerien, Künstlerateliers und Cafés beherbergen.
Und dann sind da die alten, chinesischen Gärten und die buddhistischen Tempel, Horte der Ruhe inmitten all der Wolkenkratzer, die verschlungenen Gassen der Altstadt, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint und die Teehäuser, in denen das alte China ein Stück weit lebendig wird.
48 Stunden hatte ich bei meiner Chinareise diesen Herbst Zeit, um in die Gegensätze Shanghais zwischen Tradition und Moderne einzutauchen. Hier meine 9 Highlights und „Must Dos“ für einen Kurzbesuch in dieser aufregenden Stadt.


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Shanghai Sehenswürdigkeiten #1: Flanieren an der Prachtmeile The Bund
Wenn es eine Art Wahrzeichen für die koloniale Vergangenheit Shanghais gibt, dann ist es der Bund, jene Prachtstraße, die sich von der Altstadt bis zum südlichen Ufer des Suzhou-Flusses erstreckt und einst „Wallstreet des Ostens“ genannt wurde, als Banken und Handelsimperien hier prunkvolle Gebäude in einem Mix aus Barock, Klassik und Art Deco errichten ließen.
Zu den wohl berühmtesten Bauten zählen das ehemalige Zollamt mit dem Uhrturm und das Fairmont Peace Hotel mit dem grünen, pyramidenförmigen Dach, in dem früher gerne auch Gäste wie Marlene Dietrich und Charlie Chaplin abstiegen.
Wer seine Nase in das eine oder andere Gebäude stecken und die Shanghaier Luft der 1930er Jahre schnuppern möchte, spaziert am besten auf dem breiten Gehsteig direkt an den Gebäuden vorbei. Den Rückweg legt man dann auf der Uferpromenade zurück, von wo man den Ausblick auf die Skyline Pudongs genießen kann.
Lohnend ist auch eine Hafenrundfahrt, bei der man gemütlich auf dem Huangpu entlang schippert und die koloniale Architektur auf der einen und die des 21. Jahrhunderts auf der anderen Seite des Flusses auf sich wirken lassen kann. Eine Ablegestelle gibt es beispielsweise an der Zhongshan East 2nd Road 291.


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Shanghai Highlights #2: Cocktails trinken auf einer Rooftop-Bar
Wenn sich die Abenddämmerung über Pudong legt und die Wolkenkratzer anfangen bunt und schillernd zu leuchten, sitzt man am besten mit einem Drink auf einer der Rooftop-Bars am Bund. Eine der bekanntesten, ältesten und angeblich besten ist die Bar Rouge (18 Zhongshan East 1st Rd).
Bei einem lauen Lüftchen und dem einen oder anderen Pornstar Martini – einem himmlischen Cocktail mit Wodka, Vanillesirup, Ananas und einem Champagner-Shot – lässt sich auf der großen Terrasse die Nacht zum Tag machen, die erst endet, wenn die Lichter in Pudong schon längst ausgegangen sind. Tipp: Am Mittwoch ist Ladies’ Night in der Bar Rouge.

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Shanghai Sehenswürdigkeiten #3: Auf den Shanghai Tower in Pudong fahren
Mindestens genauso faszinierend wie die Skyline von Pudong aus der Ferne zu betrachten, ist es, sich zwischen den gigantischen Wolkenkratzern wie eine winzige Ameise zu fühlen und auf einen der schlanken Riesen hinaufzufahren.
Das kann man beispielsweise im Oriental Pearl Tower tun, dem Fernsehturm mit den pink-rosa-violett schimmernden Kugeln, im Shanghai World Financial Center, das ist der Turm, der aussieht wie ein Flaschenöffner, und seit Sommer 2016 auch im Shanghai Tower.
Mit einer Höhe von 632 Metern ist der Shanghai Tower derzeit nicht nur das zweithöchsten Gebäude der Welt, er besitzt auch den weltweit schnellsten Aufzug. In nur 55 Sekunden wird man in den 119. Stock katapultiert, wo die verglaste Aussichtsplattform einen atemberaubenden Blick auf das schier unendlich wirkende Häusermeer der Millionenmetropole freigibt.
Man erkennt die ikonischen Gebäude am Bund und die flachen Häuser der Altstadt. Größe wird hier oben relativ, selbst der Oriental Pearl Tower und der Shanghai Tower wirken geradezu winzig.


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Shanghai Highlights #4: Chinesische Gartenkunst bestaunen im Yuyuan-Garten
Von der Aussichtsplattform des Shanghai Towers kann man es schon ausmachen – ein Stück Grün inmitten des Häusermeeres, den Yuyuan-Garten in der Altstadt. Der Garten ist um einiges älter als das heutige Shanghai, er stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist einer der bekanntesten Gärten Chinas. Man nähert sich ihm über die „Neun Biegungen Brücke“, der Zickzackweg soll angeblich böse Geister abhalten.
Im alten China hatten Gärten eine besondere Bedeutung, sie waren Ausdruck von Macht, man empfing hier Gäste, flanierte und philosophierte in den Wandelgängen, in den Pavillons und beim Spaziergang zwischen den künstlichen Teichen und Hügeln. Im Yuyuan-Garten lohnt vor allem der große Felsengarten mit dem Pavillon der 10.000 Blumen und dem Pavillon der fröhlichen Fische, alleine schon wegen der klangvollen Namen.
Shanghai Sehenswürdigkeiten #5: An einer Teezeremonie in der Altstadt teilnehmen
Verlässt man die grüne Oase, befindet man sich mitten in der restaurierten Altstadt Shanghais, deren Gebäude im Stil der Ming- und Qing-Architektur nachgebaut sind.
Neben traditionellen Apotheken findet man hier vor allem Teehäuser. Jasmin Perl, Butterfly Flower, Blaze of Colour – wir wählen für unsere Teezeremonie das Yu Shanghai Tea House, nicht nur wegen des hervorragenden Tees, sondern weil man vom Balkon des Hauses einen grandiosen Ausblick hat auf die geschwungenen, schwarzen Dächer der Altstadt, hinter denen sich die Bauten von The Bund erheben und der Oriental Pearl Tower hervorlugt.
Nach der Teezeremonie unbedingt noch ein wenig durch die Gassen abseits des restaurierten Teils der Altstadt streifen. Zwischen Wäscheleinen, Garküchen mit tausendjährigen Eiern und Tante-Emma-Läden wird hier im Liegestuhl vor den Wohnhäusern Zeitung gelesen, ein Nickerchen gehalten oder eine Portion Nudelsuppe genascht.
Apropos Essen: Wer Hunger verspürt und Lust hat, Baozi zu probieren, das sind gedämpfte Teigtaschen mit Schweine-, Garnelen- oder Tofufüllung, dem sei das Nanxiang Steamed Bun Restaurant (Jiefang St) empfohlen.


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Shanghai Highlights #6: Auf Oldtimer-Bikes durch die Französische Konzession
Von Plantanten gesäumte Alleen mit noblen Villen im französischen, englischen und amerikanischen Stil, kleine Parks und eine Fülle an Bars und Cafés – nirgendwo ist Shanghai europäischer als in der Französischen Konzession, dem einstigen Zentrum der Intellektuellen und Revolutionäre, in dem auch die Kommunistischen Partei Chinas ihre Gründung fand.
Das französische Viertel eignet sich perfekt für einen gemütlichen Spaziergang abseits des Trubels im übrigen Shanghai. Man kann die hübschen Kolonialbauten aber auch auch aus dem Beiwagen eines Oldtimer-Motorrads an sich vorbeiziehen lassen.

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Shanghai Sehenswürdigkeiten #7: Durch das Künstlerviertel Tianzifang bummeln
Zum Glück hat man sie erhalten, die kleinen Wohnsiedlungen mit den backsteinernen Häusern aus den 1920er und 1930er Jahren. Ein Ansammlung dieser sogenannten Shikumen-Häuser findet man unter anderem in Tianzifang. Sie wurden aufwendig restauriert und beherbergen heute Galerien, Künstlerateliers, kleine Geschäfte und Cafés.
Man lässt sich am besten einfach treiben durch die kleinen, verwinkelten Gassen von Tianzifang, welches auch unter dem Namen Taikang Lu bekannt ist. Tipp für einen Kuchenstopp: das Café Taste in der Lane 2010. Etwas schicker als Tianzifang, aber mit einem ähnlichen Konzept: das Viertel Xintandi.


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Shanghai Highlights #8: Die Stille im Jade-Buddha-Tempel genießen
Sie verstecken sich überall in der Stadt, inmitten des Wolkenkratzerdschungels – die buddhistischen Tempel. Fast läuft man vorbei an der gelb-orange gestrichenen Mauer in Jing’an im Nordwesten Shanghais, hinter der sich einer der bedeutendsten und schönsten Tempel Shanghais befindet – der Jade Buddha Tempel. Eine wahre Oase der Ruhe, nur die Hochhäuser, die man vom Hof aus erkennt, erinnern einen daran, dass man sich in einer Großstadt befindet.
Mönche in orangefarbenen Roben studieren in einem Lesesaal, im Hof wachen steinerne Elefanten, in der Halle der Himmelskönige empfängt ein lachender Buddha die Besucher. Im angeschlossenen vegetarischen Café gibt es ab und zu sogar Schwarzwälder Kirschtorte.



Shanghai Sehenswürdigkeiten #9: Eine Akrobatik-Show in der Shanghai Circus World
Wer in Shanghai abends ausgehen möchte, hat die Qual der Wahl zwischen schicken Restaurants am Bund, hippen Bars in Xintiandi und Karaoke in einer KTV-Bar. Ein Abendprogramm der anderen Art bietet die Shanghai Circus World im Zhabei District. Schon das kuppelartige Gebäude ist ein Hingucker und bei der Akrobatik-Show mit waghalsigen Formationen bleibt einem garantiert der Atem weg.
Ausblick: Shanghai und mehr – Ausflüge in die Umgebung
48 Stunden in Shanghai sind natürlich kurz für das Erkunden einer aufregenden Metropole und tatsächlich hat die Stadt noch jede Menge mehr zu bieten, sodass auch ein längerer Aufenthalt lohnt. Als ich 2015 das erste Mal in Shanghai war, habe ich eine knappe Woche hier verbracht.
Wer nach Shanghai kommt, kombiniert seinen Besuch zudem meistens mit Ausflügen in eines der umliegenden Wasserdörfer sowie nach Hangzhou und Suzhou, was wir im Zuge unserer einwöchigen Chinareise ebenfalls gemacht haben. Mehr dazu gibt es in Kürze in einem zweiten Artikel.


10 FAQs rund um Shanghai und seine Sehenswürdigkeiten
1. Wo liegt Shanghai und wofür ist die Stadt bekannt?
Shanghai liegt an der Ostküste Chinas und zählt zu den größten Metropolen der Welt. Bekannt ist die Stadt für ihre spektakuläre Skyline, ihre Rolle als Wirtschafts- und Finanzzentrum sowie den spannenden Mix aus Tradition und Moderne.
2. Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in Shanghai unbedingt gesehen haben?
Zu den bekanntesten Shanghai Sehenswürdigkeiten gehören der Bund mit Blick auf Pudong, die Skyline rund um den Oriental Pearl Tower, der Yu-Garten, die Altstadt sowie moderne Viertel wie Lujiazui. Diese Orte geben einen sehr guten ersten Eindruck von der Stadt.
3. Was ist der Bund und warum ist er so berühmt?
Der Bund ist die historische Uferpromenade entlang des Huangpu-Flusses. Von hier habt ihr einen klassischen Blick auf die moderne Skyline von Pudong. Besonders abends, wenn die Hochhäuser beleuchtet sind, gehört der Bund zu den eindrucksvollsten Orten der Stadt.
4. Lohnt sich ein Besuch der Skyline von Pudong?
Ja, Pudong steht sinnbildlich für das moderne Shanghai. Wolkenkratzer wie der Oriental Pearl Tower oder der Shanghai Tower prägen das Bild. Aussichtspunkte in den Hochhäusern bieten spektakuläre Blicke über die gesamte Stadt.
5. Was kann man im Yu-Garten und der Altstadt erleben?
Der Yu-Garten ist ein klassischer chinesischer Garten mit Teichen, Brücken und Pavillons. Direkt daneben liegt die Altstadt mit engen Gassen, traditionellen Gebäuden und vielen kleinen Läden. Dieser Bereich zeigt eine ruhigere, historische Seite Shanghais.
6. Wie viel Zeit sollte man für Shanghai einplanen?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten solltet ihr mindestens drei bis vier Tage einplanen. Wer tiefer in das Stadtleben eintauchen oder Ausflüge in umliegende Wasserstädte machen möchte, sollte eher fünf bis sieben Tage bleiben.
7. Kann man Shanghai gut auf eigene Faust erkunden?
Ja, Shanghai lässt sich sehr gut individuell erkunden. Das öffentliche Verkehrsnetz ist modern, zuverlässig und gut ausgebaut. Viele Sehenswürdigkeiten sind einfach erreichbar und auch für Erstbesucher:innen gut machbar.
8. Wann ist die beste Reisezeit für Shanghai?
Die angenehmsten Monate sind Frühling und Herbst, wenn die Temperaturen moderat sind. Der Sommer kann sehr heiß und feucht werden, während der Winter eher kühl, aber meist trocken ist.
9. Ist Shanghai eher traditionell oder modern?
Shanghai vereint beides. Moderne Architektur, Shoppingmalls und Technologie stehen historischen Tempeln, Gärten und alten Wohnvierteln gegenüber. Genau dieser Kontrast macht den Reiz der Stadt aus.
10. Für wen eignet sich eine Reise nach Shanghai besonders?
Shanghai ist ideal für Städtereisende, Architektur- und Kulturinteressierte sowie alle, die das moderne China erleben möchten. Wer große Metropolen liebt und gerne verschiedene Facetten einer Stadt entdeckt, wird sich hier sehr wohlfühlen.

Vielen Dank an das Fremdenverkehrsamt der Volksrepublik China für die Einladung zu dieser Reise.









Absolute Zustimmung, tolle, abwechslungsreiche Stadt. Ich empfehle durchaus auch mal in die Museen zu gehen. Insbesondere das China Art Museum, der riesige „Überrest“ der Weltausstellung und die Powerstation of Art lohnen unbedingt einen Besuch; selbst wenn die Ausstellungen nicht interessieren ist die Architektur jeweils sehenswert.
Die Powerstation of Art muss ich auch unbedingt endlich mal besuchen, wüsste auch gerne, was aus dem M50 Art District geworden ist. Es war definitiv nicht mein letzter Besuch in dieser tollen Stadt :-). Viele Grüße, Alexandra
Liebe Franzi,
vielen Dank für diesen schönen und ausführlich geschriebenen Block! Echt tolle Fotos sind dabei.
Beim Lesen wurde ich sehr inspiriert. & werde viele Sachen und Orte ebenfalls erkunden während meiner Sprachreise nach Shanghai. Werde dir berichten. :p
Liebe Grüße,
Tina