21 Tipps von Flugbegleitern für deine nächste Langstrecke

Eigentlich begegnen sie mir auf jedem Umlauf: Aufgelöste Gäste, die abgehetzt nach ihrem Sitzplatz suchen und am Ende des Fluges dehydriert und völlig fertig aus dem Flieger stolpern. Und dann sind da noch diejenigen, die ganz entspannt an Bord kommen und nach einer zwölfstündigen Langstrecke aussehen wie frisch aus dem Urlaub. Ihr möchtet selbst lieber der zweiten Gruppe angehören, rutscht aber immer wieder zurück in die erste? Dann habe ich heute ein paar gute Tipps für den Langstreckenflug für euch, die ich gemeinsam mit meinen Kollegen in den letzten Wochen gesammelt habe.


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Vor dem Langstreckenflug – die besten Flugbegleiter-Tipps

Vor allem bei Langstrecken solltet ihr euch ein bisschen auf den Flug vorbereiten. Das fängt bei einer rechtzeitigen Anreise an – Murphy’s Law gilt immer und an Reisetagen geht oft alles schief, was schiefgehen kann. Plant also immer eine Stunde Puffer mit dem Auto oder eine zusätzliche Bahnverbindung mit ein. Lieber setze ich mich am Flughafen noch eine Stunde ins Café, als kurz vor Annahmeschluss an den Schalter zu hetzen. Und daran solltet ihr auch noch denken:

1. Die Transitzeiten checken – Tipps für den Langstreckenflug

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viele Fluggäste mit völlig unrealistischen Umsteigezeiten bei uns im Flieger ankommen. Wann immer mir jemand seine Bordkarte mit 30 Minuten Transitzeit unter die Nase hält („Am I gonna make this connection?“), weiß ich oft gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Informiert euch also immer über realistische Umsteigezeiten am jeweiligen Flughafen (Empfehlungen gibt es auf den Homepages) und bucht eure Flüge* dementsprechend. Das gilt besonders im Winter, wenn Verspätungen durch Wetterumschwünge und lange Schlangen an der Enteisungsmaschine vorprogrammiert sind.

 

Bei besonders langen Transitzeiten solltet ihr euch im Vorfeld informieren, wie ihr die Zeit am Flughafen sinnvoll nutzen könnt. Oft gibt es tolle Restaurants, Terrassen, Aussichtspunkte oder sogar Kinos. Ab ca. fünf Stunden lohnt es sich, den Flughafen zu verlassen und einen Ausflug in die Stadt zu machen – oft gibt es extra darauf spezialisierte Tourenanbieter. Informiert euch im außereuropäischen Ausland aber unbedingt, ob ihr möglicherweise ein Transitvisum beantragen müsst. Alternativ bieten viele Airlines gegen Aufpreis auch einen Loungezugang für die Wartezeit an.

2. Das Handgepäck schlau packen – Tipps für den Langstreckenflug

Eine kleine Liste mit Helferlein, die ich auf jeder Langstrecke im Handgepäck habe: Handy, Kosmetik (Zahnbürste, Zahncreme, Desinfektionstücher, Handcreme, Lipbalm und für die Mädels ein bisschen Make-Up), eine Bürste, Augentropfen*, Nasensalbe*, Nasenspray*, Medikamente, eine Augenmaske, Ohrstöpsel, dicke Socken, Pullover, Schal, eine Flasche Wasser, Kaugummis und bei Economy Flügen ein Nackenkissen*.

 

Ich habe außerdem immer alle Ladegeräte, meinen Laptop und Kleidung für einen Tag dabei, falls mein Gepäck einmal verloren geht. Powerbanks müssen übrigens auch mit in die Kabine und dürfen nicht aufgegeben werden. Das klingt jetzt erstmal nach viel, lässt sich aber gut in einem mittelgroßen Rucksack verstauen – ich nutze übrigens schon seit Jahren die praktischen Cabin Zero Bags*. Profitipp: Zieht euch unbedingt ein paar Serien oder Filme auf ein Endgerät, falls das Entertainment-System im Flugzeug versagt.

3. Den besten Sitzplatz buchen – Tipps für den Langstreckenflug

Oft ist es nicht gerade ein Schnäppchen, im Vorfeld einen Sitzplatz zu buchen. Bei vielen Airlines (z.B. Lufthansa, Swiss, British Airways etc.) ist dieser Service allerdings umsonst, sobald der Flug zum Online CheckIn bereit ist. Stellt euch am besten 24 Stunden vor Abflug einen Alarm, sodass ihr noch eine relativ große Auswahl habt. Ich persönlich setze mich auf Economy-Flügen gerne weit nach hinten, da der Flieger meistens von vorne nach hinten aufgefüllt wird. Wenn der Flug nicht ausgebucht ist, erhöht ihr so die Chance auf einen freien Nebensitz. Die letzten beiden Reihen sind aber keine gute Idee – hier seid ihr zu nah an Küche und/oder Toiletten.

 

Vorsicht ist bei XXL-Reihen vor einer Trennwand geboten. Hier habt ihr zwar mehr Beinfreiheit – nicht selten aber bis zu vier quengelnde Babys um euch herum. Wenn ihr in den Genuss kommt, in der Business Class zu fliegen, empfehle ich euch einen Platz, der ungefähr gleich weit von Toiletten und Küche entfernt ist – sonst kann es auch hier hell, unruhig und laut werden. Umsetzen dürft ihr euch übrigens, sobald ihr das Kommando „Boarding Completed“ über den Lautsprecher hört und alle Passagiere ihre Plätze gefunden haben.

Flughafen München - fliegen im Lufthansa Flieger

Den richtigen Sitzplatz zu finden und zu buchen ist eine Wissenschaft für sich. Die Mühe lohnt sich aber

4. Eine Dreierreihe ergattern – Tipps für den Langstreckenflug

Leider werden mittlerweile fast alle Flugzeugtypen auf Langstrecke mit Dreierreihen bestuhlt. Wenn der Flug nicht ganz ausgebucht ist und ihr zu zweit unterwegs seid, könnt ihr daraus aber auch einen Vorteil ziehen. Bucht eure Plätze nicht nebeneinander, sondern am Fenster und am Gang. Alleinreisende werden sich nur im absoluten Notfall freiwillig auf den Mittelsitz quetschen. Und wenn es am Ende doch passiert, sind sie mit Sicherheit froh, wenn ihr ihnen einen eurer Plätze anbietet, sodass ihr doch zusammen sitzen könnt. Auch hier gilt: Je weiter hinten im Flieger eure Plätze liegen, desto höher die Chance.

5. Vor dem Abflug Sport treiben – Tipps für den Langstreckenflug

Bis zu dreizehn Stunden eingeklemmt in einer Sardinenbüchse sitzen – für unseren Körper kann das eine riesige Belastung sein. Ich würde euch deshalb raten, am Tag vor der Abreise – oder im Idealfall noch am Reisetag selbst – ein oder zwei Stündchen Sport einzulegen. Optimal sind dafür Ausdauersport an der frischen Luft oder eine Runde Yoga. So seid ihr vor dem Flug dann auch so richtig schön kaputt und könnt vielleicht die ein oder andere Stunde mehr Schlaf mitnehmen. Keine Zeit mehr für Sport? Dann erkundet vor dem TakeOff den Flughafen ausgiebig zu Fuß – ihr werdet staunen, was es da alles zu entdecken gibt.

6. Auf den Jetlag vorbereiten – Tipps für den Langstreckenflug

An der Frage „Kann man Jetlag lindern oder sogar ganz vermeiden?“ scheiden sich die Geister. Aus eigener Erfahrung kann ich euch aber sagen, dass es ein paar wirkungsvolle Tricks gibt. Hilfreich ist es zum Beispiel, wenn ihr euch schon vor dem Abflug auf die Ortszeit eures Reiseziels einstellt. Zum Beispiel, in dem ihr drei Tage vor der Abreise eure Schlafens- und Aufstehzeit um eine Stunde in die jeweilige Richtung verschiebt. Hilfreich ist bei mir auch Melatonin, das ihr in der Apotheke rezeptfrei kaufen* könnt. Das Schlafhormon versetzt euren Körper auch dann in einen „es ist jetzt Schlafenszeit“-Zustand, wenn es im Heimatland gerade einmal zwölf Uhr mittags ist.

7. Zum richtigen Zeitpunkt einsteigen – Tipps für den Langstreckenflug

Wenn ich Economy Class fliege, lasse ich mir richtig viel Zeit mit dem Einsteigen. Denn wenn ich dann als letzter Passagier das Flugzeug betrete, sitzen fast alle anderen schon auf ihren Plätzen und ich habe einen guten Überblick darüber, welche Sitze frei geblieben sind. Das hat mir schon oft eine komplett freie Reihe ganz für mich allein beschert. Anders sieht es allerdings aus, wenn ihr einen großen Rollkoffer als Handgepäck dabei habt. Dann solltet ihr möglichst schnell boarden, damit ihr im Overhead Bin noch Platz für euer Gepäck findet. Im schlimmsten Fall landet das Gepäck ansonsten unter eurem Vordersitz und nimmt euch auch das letzte bisschen Beinfreiheit.

Flughafen München - fliegen im Lufthansa Flieger

Ich werde die Menschen nie verstehen, die sich schon eine Stunde vorher in die Schlange zum Boarding einreihen

8. Die richtige Kleidung wählen – Tipps für den Langstreckenflug

Meiner Meinung nach ist die richtige Kleidung ein wichtiger Faktor für einen komfortablen (Langstrecken-)Flug. Aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen, dass es wirklich schwer ist, im Flugzeug die Klimaanlage zu regulieren – schon ein Grad plus oder minus entscheidet zwischen Eiszeit und Sahara. Ich empfehle euch deshalb den bewährten Zwiebellook, sodass ihr je nach Kabinentemperatur immer mal wieder etwas an- oder ausziehen könnt. Ganz wichtig sind dabei ein kuscheliger Pullover, ein warmer Schal bzw. ein Halstuch und dicke Socken. Ansonsten sollten Hosen und Röcke eher locker sitzen, damit die durch das viele Sitzen ohnehin schon eingeschränkte Blutzirkulation nicht noch mehr beeinträchtigt wird.

9. Den Koffer kennzeichnen – Tipps für den Langstreckenflug

Das mag jetzt total banal klingen – ihr könnt euch aber gar nicht vorstellen, wie viele Fluggäste ihren Koffer in keiner Weise kennzeichnen. Was unbedingt an den Koffer gehört: Ein Schild mit Namen und Adresse. Denn es kommt immer wieder vor, dass der Gepäckanhänger im Kofferchaos am Flughafen abgerissen wird. Wenn ihr Pech habt, verschwindet euer Koffer dann für immer im Nirvana. Was auch nicht schaden kann: Eine deutliche Kennzeichnung, zum Beispiel ein farbiges Kofferband*, ein Luggage Tag mit Adressfeld* oder ein auffälliger Aufkleber. So findet ihr nicht nur euren eigenes Gepäck am Band schnell wieder – ihr haltet auch andere Fluggäste davon ab, versehentlich nach eurem Koffer zu greifen.

10. Die Einreisebestimmungen lesen – Tipps für den Langstreckenflug

Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Lest euch unbedingt die Einreisebestimmungen für euer Zielland ganz genau durch. Es gibt immer noch viel zu viele Passagiere, die mit einem alten Reisepass, ohne Rückflugticket oder komplett ohne Visum, Eta, Esta etc. verzweifelt bei unseren Kollegen am Schalter stehen. Noch genauer solltet ihr hinsehen, wenn ihr mit Kindern unterwegs seid. Viele Urlaubsländer – wie zum Beispiel Südafrika – haben sehr strenge Regelungen und verlangen beispielsweise eine übersetzte und beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde. Die zuverlässigsten und aktuellsten Informationen erhaltet ihr in der Regel beim Auswärtigen Amt. Wenn ihr absolut sicher gehen wollt, könnt ihr zusätzlich noch in der jeweiligen Botschaft anrufen.

11. … und auch die Einfuhrbestimmungen – Tipps für den Langstreckenflug

Ich halte mich penibel an die Einfuhrbestimmungen und kann trotzdem fast alles mitnehmen. Denn viele Menschen kennen nicht den Unterschied zwischen Import Restrictions und Prohibited Goods. Auf dem USA-Einreiseformular fallen beispielsweise Milch- und Getreideprodukte unter Restricted Goods (nicht prohibited). Es gibt also keinen Ärger und keine hohen Strafen bei der Einreise, solange ihr sie nur deklariert und auf Aufforderung vorzeigt. Abgepackte Milch, Nüsse etc. sind so in der Regel kein Problem – im schlimmsten Fall müsst ihr sie eben wegwerfen.

 

Auf gar keinen Fall solltet ihr Einfuhrbestimmungen aber ignorieren und darauf vertrauen, dass ihr euch vor dem Officer einfach dumm stellen könnt. Die Strafen für undeklarierte Waren sind richtig happig – das gilt vor allem für Länder wie die USA (bis zu 500 Dollar für ein Stück Obst!) oder Länder mit sensiblem Ökosystem wie Neuseeland, Australien oder die Südseeinseln.

Tipps für den Langstreckenflug: Meine 21 besten Flugbegleiter-Tipps für eure Reise

Haltet euch penibel an die Einfuhrbestimmungen, damit euer Urlaub nicht mit einer bösen Überraschung beginnt

Während dem Flug – die besten Flugbegleiter-Tipps

Ihr habt es entspannt und ohne nennenswerte Zwischenfälle in den Flieger und auf euren Sitzplatz geschafft? Herzlichen Glückwunsch – jetzt kann die Reise beginnen. Damit sich der Flug für euch auch schon ein bisschen wie Urlaub und nicht wie ein stundenlanges Martyrium anfühlt, habe ich hier noch ein paar Tipps für euch gesammelt:

12. Vorsicht bei Essen und Getränken – Tipps für den Langstreckenflug

Ich kann es meinen Passagieren gar nicht oft genug sagen: Bitte, bitte übertreibt es nicht mit dem Alkohol. Im Flugzeug herrschen andere Druckverhältnisse als auf dem Boden, wodurch eure Lunge weniger Sauerstoff aufnimmt. Dadurch werdet ihr nicht nur schneller betrunken – es kann auch leicht passieren, dass euch schlecht oder schwindlig wird. Vor allem auf einem Langstreckenflug ist und bleibt viel Wasser ohne Kohlensäure (mindestens ein Glas pro Stunde) einfach die beste Wahl.

 

Ich bringe mir auch gerne einen leichten Snack mit auf den Flug, damit ich das Flugzeugessen in der Economy Class so weit wie möglich vermeiden kann. Die kleinen Aluschälchen sind oft so vollgestopft mit Öl und Fett, dass Bauchschmerzen vorprogrammiert sind. Und dann wäre da noch die Sache mit den Schlaftabletten: Klar ist der Gedanke verlockend, den ganzen Flug entspannt durchzuschlafen. Allerdings solltet ihr nie ausschließen, dass es unterwegs zu einer Situation kommen könnte, in der ihr einen klaren Kopf dringend nötig habt.

13. Was vergessen? Kein Problem! – Tipps für den Langstreckenflug

Geratet bloß nicht in Panik, wenn ihr etwas wichtiges für den Flug daheim vergessen habt. Oft lohnt es sich, einfach mal bei einer Flugbegleiterin oder einem Flugbegleiter nachzufragen. Wir haben viel mehr an Bord, als ihr denkt. Zum Beispiel: Babynahrung, Babyfläschchen, Tee, Windeln, Ohrstöpsel, Augenmasken, Zahnbürsten, Tampons, Lesematerial, zusätzliche Decken und das ein oder andere Kissen. Natürlich ist nicht alles davon bei jeder Airline kostenlos und uneingeschränkt erhältlich. Wenn ihr aber in einer ruhigen Minute zu uns in die Küche kommt und nett fragt, ist fast alles möglich.

14. Bei Flugangst der Crew Bescheid geben – Tipps für den Langstreckenflug

Flugangst kann jeden treffen, sogar Piloten oder Flugbegleiter. Oft gibt es keinen besonderen Auslöser – manchmal ist es aber ein bestimmtes Ereignis (z.B. ein Flugzeugabsturz, der gerade in den Medien präsent ist), das ganz plötzlich Panikreaktionen im Flieger auslöst. Ein Heilmittel gibt es leider nicht. Oft helfen aber Entspannungs- bzw. Meditationsübungen, ein Hörbuch oder eine andere Art von Ablenkung. Wichtig ist auch lockere, bequeme Kleidung – am besten im Zwiebellook, sodass ihr euch nicht eingeschnürt fühlt.

 

Gebt am besten schon beim Einsteigen Bescheid, wenn ihr unter starker Flugangst leider – so kann ein Crewmitglied ab und zu nach dem Rechten sehen. Ansonsten scheut euch auf keinen Fall, einem Flugbegleiter oder einer Flugbegleiterin Bescheid zu sagen. Oft hilft es schon, in einer solchen Situation nicht allein zu sein und ein bisschen Ablenkung zu bekommen.

15. Bei Krankheit rechtzeitig Hilfe suchen – Tipps für den Langstreckenflug

Was bei Flugangst gilt, ist bei Krankheit sogar noch wichtiger. Wenn ihr euch während dem Flug ernsthaft krank fühlt, solltet ihr auf keinen Fall abwarten und hoffen, dass sich das Ganze wieder legt. Gebt stattdessen sofort einem Mitglied der Crew Bescheid, dass ihr euch nicht wohl fühlt. Das mag erstmal übertrieben klingen – durch die besonderen Umstände (Druckverhältnisse, langes Sitzen, Sauerstoffmangel etc.) können sich Beschwerden im Flieger aber schnell verschlimmern. Die Kabinenbesatzung kann dann Maßnahmen ergreifen, um das zu verhindern. Oft helfen schon einfache Mittel (wie Sauerstoff- oder Zuckergabe), um beispielsweise eine Ohnmacht zu verhindern.

Cebu Pacific Flugzeug Philippinen Palawan

Fliegen kann richtig viel Spaß machen. Leider sieht unser Körper das auf Langstrecken oft anders

16. Den Call-Button (in Maßen) benutzen – Tipps für den Langstreckenflug

Zwei Arten von Gästen gibt es im Flugzeug: Die einen klingeln schon nach uns, wenn ihnen nur das Kissen runtergefallen ist und sie zu faul sind, es selbst aufzuheben. Die anderen würden sich eher den Arm abhacken, als auf den magischen Klingelknopf zu drücken. Ganz ehrlich: Wenn ihr auf dem Mittelplatz oder am Fenster eingequetscht seid, könnt ihr uns jederzeit ohne schlechtes Gewissen rufen. Vor allem dann, wenn es euch schlecht geht oder ihr Durst oder Hunger habt. Wenn ihr aber am Gang sitzt, freuen wir uns wahnsinnig, wenn ihr euch selbst auf den Weg in die Flugzeuggalley macht – dort gibt es den ganzen Flug über Getränke und bei den meisten Airlines auch kleine Snacks.

17. Immer schön geschmeidig bleiben – Tipps für den Langstreckenflug

Vor allem Langstreckenflüge trocknen nicht nur die Haut sondern den ganzen Körper (inklusive Haare und Nägel) dermaßen aus, dass man sich hinterher wie zehn Jahre gealtert vorkommt. Wenn ihr also nach eurem Flug nicht wie eine vertrocknete Pflaume aussehen möchtet, solltet ihr ein paar Maßnahmen ergreifen: Ganz wichtig ist Handcreme – vor allem nach dem Händewaschen auf der Toilette, da die „Seife“ dort eigentlich schäumendes Desinfektionsmittel ist.

 

Ich habe zusätzlich immer noch eine Gesichtscreme oder ein Serum dabei. Dass ihr möglichst viel Wasser trinken solltet, habe ich ja oben schon erwähnt. Ich selbst habe zusätzlich noch einen Lippenpflegestift, Augentropfen* und ein Thermalwasser Spray* dabei. Kein Witz: Asiaten tragen zu Beginn des Fluges gerne Gesichtsmasken und Haarkuren auf – ich finde aber, man kann es auch übertreiben.

18. Tray und Armlehne desinfizieren – Tipps für den Langstreckenflug

Wenn ihr jetzt glaubt, ich hätte eine Bakterienphobie, liegt ihr vollkommen falsch. Aus eigener Erfahrung kann ich euch aber sagen, dass der eigene Sitzplatz zu den unhygienischsten Orten im ganzen Flugzeug gehört. Was ich dort schon alles gesehen und erlebt habe, könnt ihr euch überhaupt nicht vorstellen. Deshalb würde ich euch dringend empfehlen, das Tablett zum runterklappen und die Armlehnen am Anfang des Fluges oder spätestens vor dem Essen mit einem Desinfektionstuch abzuwischen.

19. Flugthrombosen vorbeugen – Tipps für den Langstreckenflug

Die Gefahr von Flugthrombosen solltet ihr auf einem Langstreckenflug nicht unterschätzen – auch wenn ihr jung, gesund und Nichtraucher seid. Denn leider kann unser Körper mit der Kombination aus eingeengtem Sitzen, angewinkelten Knien, Dehydration durch die trockene Flugzeugluft und den verringerten Luftdruck nur ganz schlecht umgehen. Statistisch gesehen erleidet etwa jeder 4.500. bis 6.000. Fluggast eine Reisethrombose. Diese äußert sich übrigens nicht zwangsläufig durch Beschwerden sondern kann auch „stumm“ verlaufen.

 

Ich würde euch deshalb raten, möglichst oft aufzustehen und eure Beine zu bewegen und zu dehnen. Am besten eignet sich dafür der Zeitraum zwischen den beiden Mahlzeitenservices. Wenn ihr z.B. sowieso zur Toilette geht, könnt ihr direkt einmal durch den Flieger wandern und euch bei der Gelegenheit in der Flugzeugküche noch mit Wasser versorgen. Trinken ist sowieso ganz wichtig für die Thrombosevorbeugung – und wie oben schon erwähnt, solltet ihr so weit wie möglich auf Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmittel verzichten. Auch enge Kleidung kann Thrombosen begünstigen. Für die Raucher gilt: Möglichst lange vor und nach dem Flug auf den Glimmstängel verzichten. Wer ein erhöhtes Thromboserisiko hat (z.B. Raucher, Übergewichtige, Vorbelastete etc.) sollte sich außerdem Thrombosestrümpfe* für den Flug zulegen.

20. Nikotinpflaster einpacken – Tipps für den Langstreckenflug

Zigaretten gehören zu den größten Gefahrenquellen auf einem Flug, da sich Rauch und Feuer unheimlich schnell in der Kabine ausbreiten können. Bis dann die nächste Gelegenheit zur Landung kommt, könnte es längst zu spät sein. E-Zigaretten sind übrigens ebenfalls verboten, da sie auf den Toiletten sofort den Rauchmelder und somit eine Alarmsituation im ganzen Flieger auslösen. Für alle Suchtis gilt deshalb: Nikotinpflaster* und Nikotinkaugummis gehören unbedingt ins Handgepäck.

Interjet Anflug auf Puerto Escondido

Wer eine regelmäßige Raucherpause gewohnt ist, kann auf langen Flügen ganz schön ins Schwitzen geraten

Nach dem Flug – die besten Flugbegleiter-Tipps

Das Flugzeug ist gelandet und ihr steht quasi schon mit einem Bein am Strand. Jetzt darf auf der Zielgerade nichts mehr schiefgehen. Sollte es eigentlich auch nicht – es gibt da nur noch eine letzte Hürde, die ihr überwinden müsst, bevor euch der Bus, das Taxi oder der Mietwagen in den wohlverdienten Urlaub bringt.

21. Brav sein an der Passkontrolle – Tipps für den Langstreckenflug

Ihr habt es euch vielleicht schon gedacht – bei meinem letzten Tipp geht es um das richtige Verhalten an der Passkontrolle. Denn wer von euch schonmal in USA, Indien, Israel oder Russland unterwegs war, weiß, dass die Officers am Schalter manchmal ganz schön fies sein können – böse Zungen unterstellen einigen von ihnen sogar einen kleinen Machtkomplex.

 

In meinen Tipps zur Flugvorbereitung habe ich ja schon erwähnt, dass ihr euch unbedingt genau an die Einreise- und Einfuhrbestimmungen halten solltet. Aber auch „angemessenes“ Verhalten gegenüber dem Officer ist wirklich wichtig. Dazu gehören: Höflich bleiben, alle Fragen beantworten, keine Gegenfragen stellen, keine Widerworte geben und – ganz wichtig – keine Scherze machen (außer der Officer macht selbst einen Witz). Bleibt auch unbedingt ruhig und höflich, wenn es euch z.B. in den USA oder in Israel einmal in die „Second Inspection“ verschlägt. Selbst scheinbar dämliche Fragen wie „Sind Sie ein Terrorist?“, „Was ist Ihr Lieblingsessen?“, „Haben Sie arabische Facebookfreunde?“ oder „Haben Sie dieses Kind entführt?“ müssen sachlich und wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Noch Fragen? Dann ab damit in die Kommentare

Ok, der Artikel ist dann doch ein bisschen länger geworden, als ich ihn ursprünglich geplant hatte. Ich hoffe aber, dass ich alle eure Fragen beantworte und euch ein paar nützliche Tipps für euren nächsten Langstreckenflug mitgeben konnte. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr eure nächste Reise gut übersteht und wünsche euch schon jetzt einen wunderschönen und natürlich auch erholsamen Urlaub. Wenn ihr sonst noch Fragen an mich habt, stellt sie mir gerne in den Kommentaren oder schickt mir eine Nachricht.

 

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Tipps für den Langstreckenflug: Meine 21 besten Flugbegleiter-Tipps für eure Reise

9 Antworten auf “21 Tipps von Flugbegleitern für deine nächste Langstrecke

  • Karin Reichel

    Hallo Tochter;
    bei Murphy´s Law musste ich sofort an deinen Abflug nach Neuseeland denken! Kannst du dich noch erinnern? Wir haben es in letzter Minute geschafft!
    Bussis Mama

    Antworten
  • Hanna Eid

    Danke für die zahlreichen Tipps. Ich fliege in ein paar Wochen das erste Mal und habe mir, naiv wie ich bin, direkt mal eine Langstrecke gebucht.
    Gute Vorbereitung ist ja bekanntlich alles.
    Eine Frage habe ich aber noch, leere Plastikflasche darf ich ja mitnehmen und kann sie später wieder auffüllen. Muss es Plastik sein? Ich würde nämlich viel lieber meine Metallflasche mitnehmen.
    Lieben Gruß
    Hanna

    Antworten
    • Franzi

      Hi Hanna,
      nein die Flasche muss nicht aus Plastik sein. Du kannst alles mitnehmen – Hauptsache leer 🙂
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  • Yvonne

    Hallo, vielen Dank für die Tipps! Ich fliege in ein paar Wochen in die USA und habe schon wieder etwas Angst vor dem Flug…es ist nicht das erste Mal, dass ich fliege, aber irgendwie wird es jedes Mal schlimmer. Gibt rs noch weitere Tipps zur Beruhigung?
    Danke und Gruß, Yvonne

    Antworten
  • Ceasr

    Ja super deine Tipps, genau das was ich brauchte. Im Dezember gehts nach Brasilien und in Sao Paulo haben wir 3 Stunden, bevor es nach Foz de iquacu weitergeht. Unser 2. Flug mit fast 12 Stunden an Bord. Und der erste war katastrophal, das Handgepäck landete 2 Reihen weiter vorne, über uns war eine Gitarre und alles voll, jedes Mal ein Stress, wenn ich was daraus brauchte. Und einen Fensterplatz, wo man nicht nur die Flügel sieht, konnte ich auch nicht ergattern. Da kommen deine Tipps super, und ich hoffe, diesmal wird alles anders. Noch ne Frage, da ich leider immer noch Zigaretten rauche, kann man im Sao Paulo im Sicherheitsbereich irgendwo rauchen? Hab schon viel gegoogelt, aber über Sao Paulo noch nix gefunden. Liebe Grüsse Ceasr

    Antworten

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